Die Art und Weise des Gebets des Propheten - Allahs Segen und Frieden auf ihm
In dem Buch „Die Art und Weise des Gebets des Propheten - Allahs Segen und Frieden auf ihm -“ fasste der ehrenwerte Schaykh 'Abdul-'Aziz Ibn Baz - möge Allah ihm barmherzig sein - die Beschreibung des Gebets des Propheten - Allahs Segen und Frieden auf ihm - zusammen. Er tat dies in einem einfachen Stil und mit einer präzisen Methodik, gestützt auf die authentischen Quelltexte, damit es dem Muslim in seinem Gebet ein Leitfaden ist. Er erläuterte darin die Säulen des Gebets, seine erwünschten (Sunnah-)Handlungen und seine Art und Weise, beginnend von der Gebetswaschung bis zum Taslim. Er…
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Die Art und Weise des Gebets des Propheten - Allahs Segen und Frieden auf ihm
Vom geehrten Schaykh
'Abdul-'Aziz Ibn 'Abdillah Ibn Baz
Im Namen Allahs, des Allerbarmers, des Barmherzigen.
Alles Lob gebührt Allah allein, und Segen und Frieden seien auf Seinem Diener und Gesandten, unserem Propheten Muhammad, und auf seiner Familie und seinen Gefährten. Um fortzufahren:
Dies sind bündige Worte zur Darlegung der Beschreibung des Gebets des Propheten - Allahs Segen und Frieden auf ihm -, die ich jedem Muslim und jeder Muslima vorlegen wollte, damit sich jeder, der sie liest, bemüht, ihm darin nachzuahmen; aufgrund seiner - Allahs Segen und Frieden auf ihm - Aussage: „Betet so, wie ihr mich beten gesehen habt.“ [1] An den Leser richtet sich nun die folgende Darlegung dessen: [1] Überliefert von Al-Bukhari (605).
1. Die vollständige Durchführung der rituellen Gebetswaschung, d. h. sie so zu verrichten, wie Allah es angeordnet hat, in Befolgung Seiner - gepriesen und erhaben ist Er - Aussage: „O die ihr glaubt, wenn ihr euch zum Gebet aufstellt, dann wascht euch das Gesicht und die Hände bis (einschließlich) zu den Ellbogen und streicht euch über den Kopf und (wascht) die Füße bis (einschließlich) zu den Knöcheln...“ [Al-Maidah:6] Bis zum Ende des Verses.
Und dazu auch die Aussage des Propheten - Allahs Segen und Frieden auf ihm -: „Ein Gebet ohne rituelle Reinheit wird nicht angenommen.“ [2] [2] Überliefert von Muslim (224).
Und seine - Allahs Segen und Frieden auf ihm - Aussage zu demjenigen, der sein Gebet schlecht verrichtete: „Wenn du zum Gebet aufstehst, dann führe die rituelle Gebetswaschung vollständig durch.“ [3] [3] Überliefert von Al-Bukhari (5782).
2. Der Betende wendet sich mit seinem ganzen Körper der Gebetsrichtung („Qiblah“), welche die Ka'bah ist, wo auch immer er sich befindet, zu, und fasst mit seinem Herzen die Absicht für das Gebet, das er verrichten möchte, sei es ein verpflichtendes oder freiwilliges Gebet. Man spricht die Absicht nicht mit seiner Zunge aus, denn das Aussprechen mit der Zunge ist nicht gesetzlich vorgeschrieben, sondern vielmehr eine Neuerung („Bid'ah“), da weder der Prophet - Allahs Segen und Frieden auf ihm - noch seine Gefährten - möge Allah mit ihnen zufrieden sein - die Absicht aussprachen. Man stellt eine Abschirmung („Sutrah“) vor sich auf, vor der man betet, sowohl wenn man als Vorbeter („Imam“) vorbetet als auch wenn man alleine betet. Das Sich-Wenden zur Qiblah ist eine Bedingung für das Gebet, außer in bekannten Ausnahmefällen, die in den Büchern der Leute des Wissens erläutert sind.
3. Der Eröffnungstakbir („Takbiratu Al-Ihram“) wird gesprochen, indem man „Allahu Akbar“ sagt, und dabei seinen Blick auf die Stelle der Niederwerfung richtet.
4. Man hebt seine Hände beim Takbir auf die Höhe der beiden Schultern oder der Ohren.
5. Die beiden Hände legt man auf die Brust: die rechte Hand wird auf die linke Handfläche, das Handgelenk oder den Unterarm gelegt, da dies vom Propheten - Allahs Segen und Frieden auf ihm - authentisch belegt ist.
6. Es ist erwünscht (also eine Sunnah), das Bittgebet bei Eröffnung des Gebets („Du'a Al-Istiftah“) zu lesen, welches lautet: „Allahumma ba'id bayni wa bayna Khatayaya, kama ba'adta baynal-Maschriqi wal-Maghrib. Allahumma naqqini minal-Khataya kama yunaqqa ath-Thaubul-Abyadu minad-Danas. Allahummaghsil Khatayaya bil-Mai wath-Thalji wal-Barad.“ (O Allah, entferne mich von meinen Sünden, so wie Du den Osten vom Westen entfernt hast. O Allah, reinige mich von meinen Sünden, wie das weiße Kleid vom Schmutz gereinigt wird. O Allah, wasche meine Sünden mit Wasser, Schnee und Hagel.) [4] [4] Überliefert von Al-Bukhari (744) und Muslim (598).
Und wenn man möchte, kann man stattdessen sagen: „Subhanaka Allahuma wa Bihamdik, wa Tabarakasmuka, wa Ta'ala Jadduk, wa la Ilaha Ghayruk.“ (Gepriesen seist Du, o Allah, und gelobt. Segensreich ist Dein Name, erhaben ist Deine Stellung und es gibt keinen Anbetungswürdigen, außer Dir.) [5] Und wenn man eines der anderen Eröffnungsbittgebete, die über den Propheten - Allahs Segen und Frieden auf ihm - überliefert wurden, spricht, so ist nichts dagegen einzuwenden. Am besten ist es, dass man mal dieses und mal jenes sagt, denn dies ist vollkommener im Befolgen (der Sunnah). Danach spricht man: „A'udhu Billahi min-Aschaytani-Rajim.“ (Ich suche Zuflucht bei Allah vor dem verfluchten Satan.), und rezitiert die Surah Al-Fatihah, aufgrund seiner Aussage: „Es gibt kein Gebet für den, der nicht die Eröffnende („Al-Fatihah“) des Buches liest.“ [6] Hierauf sagt man „Amin“ laut in den lauten Gebeten und leise in den leisen, und liest dann, was einem vom Quran leichtfällt. Am besten ist es, nach der Al-Fatihah im Mittags („Dhuhr“)-, Nachmittags („'Asr“)- und Nachtgebet („'Ischa“) aus den mittellangen Suren der Mufassal-Suren zu lesen, im Morgengebet („Fajr“) aus seinen langen und im Abendgebet („Maghirb“) mal aus seinen langen, mal aus seinen kurzen, um nach den Hadithen zu handeln, die diesbezüglich überliefert wurden. [5] Überliefert von Muslim (399). [6] Überliefert von Al-Bukhari (756).
7. Man verbeugt sich, spricht dabei den Takbir und hebt seine Hände auf die Höhe seiner Schultern oder Ohren, hält seinen Kopf auf einer Linie mit seinem Rücken und legt seine Hände mit gespreizten Fingern auf die Knie. Man verharrt ruhig in seiner Verbeugung und sagt: „Subhana Rabbiyal-'Adhim.“ (Gepriesen sei mein Herr, der Allmächtige.) Das Beste ist es, dies dreimal oder öfter zu wiederholen, und es ist erwünscht, (auch) dazu zu sagen: „Subhanaka Allahumma wa Bihamdik, Allahummaghfirli.“ (Gepriesen seist Du, o Allah, und gelobt. O Allah, vergib mir.) [7] [7] Überliefert von Al-Bukhari (817) und Muslim (484).
8. Man hebt seinen Kopf aus der Verbeugung („Ruku'“), hebt (dann) seine Hände auf die Höhe der Schultern oder Ohren und sagt dabei: „Sami'a Allahu liman hamidah.“ (Allah erhört den, der Ihn lobpreist). Ist man ein Vorbeter oder einer, der alleine betet, sagt man beim Aufstehen: „Rabbana wa lakal-Hamd, hamdan kathiran tayyiban mubarakan fih, milas-Samai wa milal-Ardhi wa mila ma Schita min schayin ba'd.“ (Unser Herr, und Dir gebührt das Lob, ein vielfaches, gutes und gesegnetes Lob, das den Himmel und die Erde und und alles, was Du darüber hinaus willst, ausfüllt.) [8] [8] Überliefert von Al-Bukhari (711) und Muslim (598).
Was denjenigen anbelangt, der hinter einem Vorbeter betet, so sagt er beim Erheben: „Rabbana wa lakal-Hamd)“ bis zum Ende des zuvor Erwähnten. Und wenn jeder von ihnen - also der Vorbeter, derjenige, der hinter einem Vorbeter betet, und derjenige, der alleine betet - folgendes hinzufügt: „Ahl ath-Thani wal-Majd, ahaqqu ma qalal-'Abd, wa kulluna laka 'Abd. Allahumma la mani'a lima A'tayta, wa la mu'tiya lima Mana'ta, wa la yanfa'u dhal-Jaddi Minkal-Jadd.“ (Dir stehen der Lob und die Majestät zu, das Wahrhaftigste, was der Diener sagen kann, und wir sind Dir Diener: O Allah, niemand kann das verhindern, was Du gibst, und keiner kann das geben, was Du verhinderst, und der Reichtum eines Reichen wird ihm vor Dir nichts nützen.) [9] , dann ist das gut, da es von ihm bestätigt überliefert wurde. [9] Überliefert von Muslim (477).
Es ist erwünscht, dass jeder von ihnen - also der Vorbeter, derjenige, der hinter einem Vorbeter betet, und derjenige, der alleine betet - seine Hände (wieder) auf seine Brust legt, so wie er es im Stehen vor der Verbeugung tat, da dies durch den Hadith von Wail Ibn Hujr und Sahl Ibn Sa'd - möge Allah mit ihnen beiden zufrieden sein - über den Gesandten Allahs - Allahs Segen und Frieden auf ihm - belegt ist.
9. Man begibt sich in die Niederwerfung („Sujud“), spricht dabei den Takbir und legt die Knie vor den Händen ab, wenn dies einem leichtfällt. Falls es einem jedoch schwerfällt, legt man die Hände vor den Knien ab. Man zeigt dabei mit den Zehen und den Fingern in die Gebetsrichtung, wobei die Finger geschlossen und ausgestreckt sind. Man befindet sich dabei auf folgenden sieben Körperteilen: der Stirn mit der Nase, den Händen, den Knien und den Ballen der Zehen. Man sagt: „Subhana Rabbiyal-A'la.“ (Gepriesen sei mein Herr, der Allerhöchste.) Es ist Sunnah, dies dreimal oder öfter zu sagen. Es ist ebenfalls erwünscht, dazu zu sagen: „Subhanaka Allahumma wa Bihamdik, Allahummaghfirli.“ (Gepriesen seist Du, o Allah, und gelobt. O Allah, vergib mir.) Und man vermehrt das Sprechen von Bittgebeten aufgrund der Aussage des Propheten - Allahs Segen und Frieden auf ihm -: „Was die Verbeugung angeht, so verherrlicht darin den Herrn, und was die Niederwerfung angeht, so strengt euch darin im Bittgebet an, denn es ist näher daran, dass ihr (darin) erhört werdet.“ [10] [10] Überliefert von Muslim (479).
Und man bittet seinen Herrn um das Gute des Diesseits und Jenseits. Ob im Pflicht- oder im freiwilligen Gebet, man spreizt die Oberarme von den Seiten, den Bauch von den Oberschenkeln und die Oberschenkel von den Unterschenkeln und hebt die Unterarme vom Boden ab, gemäß der Aussage des Gesandten Allahs - Allahs Segen und Frieden auf ihm -: „Seid gemäßigt in der Niederwerfung. Und keiner von euch soll seine Unterarme (auf den Boden) ausbreiten wie ein Hund).“ [11] [11] Überliefert von Al-Bukhari (788) und Muslim (493).
10. Man erhebt seinen Kopf, spricht dabei den Takbir, legt seinen linken Fuß hin und setzt sich darauf, stellt seinen rechten Fuß auf, legt seine Hände auf seine Oberschenkel und Knie und sagt: „Rabbighfirli warhamni wahdini warzuqni wa'afini wajburni.“ (Mein Herr, vergib mir, sei barmherzig mit mir, leite mich recht, versorge mich, mache mich gesund und gleiche meine Mängel aus.) [12] Und während dieses Sitzens verharrt man in Ruhe. [12] Überliefert von At-Tirmidhi (284), Abu Dawud (850) und Ibn Majah (898).
11. Man spricht den Takbir und begibt sich in die zweite Niederwerfung, und man handelt dabei wie bei der ersten Niederwerfung.
12. Man hebt (beim Hochkommen von der zweiten Niederwerfung) seinen Kopf, während man den Takbir spricht, und setzt sich zu einem kurzen Sitzen, wie dem Sitzen zwischen den zwei Niederwerfungen. Dieses wird das Sitzen zur Erholung („Jalsatu Al-Istirahah“) genannt und ist empfohlen. Wenn man es unterlässt, so ist nichts dagegen einzuwenden, und es beinhaltet weder ein Gedenken noch ein Bittgebet. Dann erhebt man sich stehend zur zweiten Gebetseinheit und stützt sich dabei auf seine Knie, wenn einem dies leichtfällt. Wenn es einem aber schwerfällt, stützt man sich vom Boden ab. Danach rezitiert man die Al-Fatihah und was einem vom Quran nach Al-Fatihah leichtfällt, und verrichtet dann dasselbe, wie in der ersten Gebetseinheit.
13. Wenn das Gebet aus zwei Gebetseinheiten besteht - wie das Morgen-, Freitags- und Festtagsgebet - setzt man sich nach dem Erheben von der zweiten Niederwerfung auf seinen linken Fuß und stellt seinen rechten Fuß (etwas seitlich) auf. Man legt seine rechte Hand auf seinen rechten Oberschenkel und zieht alle Finger ein außer dem Zeigefinger, mit dem man auf den Tauhid (die Einzigkeit Allahs) hinweist. Zieht man jedoch den kleinen Finger und den Ringfinger der rechten Hand ein, formt mit dem Daumen und dem Mittelfinger einen Kreis und zeigt mit dem Zeigefinger, so ist dies gut, da beide Arten über den Propheten - Allahs Segen und Frieden auf ihm - überliefert sind. Es ist besser, mal das eine und mal das andere zu tun. Man legt seine linke Hand auf seinen linken Oberschenkel und sein Knie. Dann wird in diesem Sitzen der Taschahhud gesprochen, und dieser lautet: „At-Tahiyyatu lillah, was-Salawatu, wat-Tayyibat. As-Salamu 'Alayka ayyuhan-Nabiyyu wa Rahmatullahi wa Barakatuh. As-Salamu 'Alayna wa 'ala 'Ibadillahis-Salihin. Aschhadu an la Ilaha illa Allah, wa Aschhadu anna Muḥammadan 'Abduhu wa Rasuluh.“ (Die Ehrerweisungen gebühren Allah, sowie die (Bitt)gebete und guten Taten. Frieden sei auf dir, o Prophet und die Barmherzigkeit Allahs und Seine Segen. Frieden sei auf uns und auf die rechtschaffenen Diener Allahs. Ich bezeuge, dass es keinen Anbetungswürdigen gibt, außer Allah und ich bezeuge, dass Muhammad Sein Diener und Gesandter ist.) Hierauf sagt man: „Allahumma Salli 'ala Muhammad, wa 'ala Ali Muhammad, kama Sallayta 'ala Ibrahim, wa 'ala Ali Ibrahim, Innaka Hamidun Majid. Wa Barik 'ala Muhammad, wa 'ala Ali Muhammad, kama Barakta 'ala Ibrahim, wa 'ala Ali Ibrahim, Innaka Hamidun Majid.“ (O Allah, erhebe die Erwähnung Muhammads und der Familie Muhammads, so wie Du die Erwähnung der Familie Ibrahims erhoben hast. Wahrlich, Du bist der Preiswürdige, der Mächtige! Und segne Muhammad und die Familie Muhammads, so wie Du die Familie Ibrahims gesegnet hast. Du bist der Preiswürdige, der Mächtige!) [13] [13] Überliefert von Al-Bukhari (797) und Muslim (402).
Und man sucht Zuflucht bei Allah vor vier Dingen und sagt: „Allahumma inni A'udhu Bika min 'Adhabi Jahannam, wa min 'Adhabil-Qabr, wa min Fitnati Al-Mahya wal-Mamat, wa min scharri Fitnati Al-Masih Ad-Dajjal.“ (O Allah, ich suche Zuflucht bei Dir vor der Strafe der Hölle, vor der Strafe des Grabes, vor der Versuchung im Leben und im Tod und vor dem Übel der Versuchung des falschen Messias.) [14] [14] Überliefert von Al-Bukhari (1311) und Muslim (588).
Daraufhin bittet man um das, was man sich an Gutem im Diesseits und Jenseits wünscht. Und wenn man für seine Eltern oder andere Muslime bittet, so ist nichts dagegen einzuwenden - sei es ein Pflichtgebet oder ein freiwilliges Gebet -, aufgrund der allgemeinen Aussage des Propheten - Allahs Segen und Frieden auf ihm - im Hadith von Ibn Mas'ud - möge Allah mit ihm zufrieden sein -, als er ihn den Taschahhud lehrte: „Hierauf soll man aus den Bittgebeten das auswählen, was einem am liebsten ist, und damit bitten.“ [15] Und in einem anderen Wortlaut heißt es: „Hierauf soll man aus dem Bitten (Allahs) wählen, was man möchte.“ [16] [15] Überliefert von An-Nasai (1298). [16] Überliefert von Muslim (402).
Und dies umfasst alles, was dem Diener im Diesseits und im Jenseits nützt. Anschließend spricht man den Friedensgruß („Salam“) zu seiner rechten und linken Seite und sagt: „As-Salamu 'alaykum wa Rahmatullah, as-Salamu 'alaykum wa Rahmatullah“.
14. Wenn das Gebet aus drei Gebetseinheiten besteht, wie das Maghrib-Gebet, oder aus vier Gebetseinheiten, wie das Dhuhr-, 'Asr- und 'Ischa-Gebet, spricht man den zuvor erwähnten Taschahhud mit den Segenswünschen für den Propheten - Allahs Segen und Frieden auf ihm. Dann steht man auf, stützt sich dabei auf seine Knie, hebt seine Hände bis zur Höhe seiner Schultern oder Ohren und sagt dabei: „Allahu Akbar“. Man legt sie - also die Hände - auf seine Brust, wie bereits erläutert, und liest nur die Surah Al-Fatihah. Und wenn man in der dritten und vierten Gebetseinheit des Dhuhr-Gebets manchmal zusätzlich zur Al-Fatihah etwas liest, so ist dagegen nichts einzuwenden, da dies durch einen Hadith von Abu Sa'id - möge Allah mit ihm zufrieden sein - über den Propheten - Allahs Segen und Frieden auf ihm - belegt ist. Wenn man die Segenswünsche für den Propheten - Allahs Segen und Frieden auf ihm - nach dem ersten Taschahhud unterlässt, so spricht nichts dagegen, denn dies ist im ersten Taschahhud erwünscht und nicht verpflichtend. Daraufhin spricht man den Taschahhud nach der dritten Gebetseinheit des Maghrib-Gebets und nach der vierten des Dhuhr-, 'Asr- und 'Ischa-Gebets, so wie dies für das Gebet aus zwei Gebetseinheiten bereits erläutert wurde. Alsdann spricht man den Friedensgruß zu seiner rechten und dann zu seiner linken Seite und bittet Allah dreimal um Vergebung. Dann sagt man: „Allahumma Anta as-Salam wa Minka as-Salam, Tabarakta ya dhal-Jalali wal-Ikram.“ (O Allah, Du bist der Friede und von Dir kommt der Friede. Segensreich bist Du, o Besitzer von Erhabenheit und Ruhm.) [17] Ist man der Vorbeter, sagt man, bevor man sich den Leuten zuwendet: „La Ilaha illa Allahu wahdahu la scharika Lah, Lahul-Mulku, wa Lahul-Hamdu, wa Huwa 'ala kulli schayin Qadir. La Haula wa la Quwwatah illa Billah, Allahumma la Mani'a lima A'tayta, wa la Mu'tiya lima Mana'ta, wa la Yanfa'u dhal-Jaddi Minkal-Jadd. La Ilaha illa Allah, wa la Na'budu illa Iyyah, Lahun-Ni'matu, wa Lahul-Fadlu, wa Lahuth-Thanaul-Hasan, la Ilaha illa Allah, Mukhlisina Lahud-Din, walau Karihal-Kafirun.” (Es gibt keinen Anbetungswürdigen, außer Allah, Dem Einzigen, Der keinen Partner hat. Ihm gehören die Herrschaft und das Lob, und Er hat Macht über alle Dinge. Es gibt kein Ablassen und keine Kraft, außer durch Allah. O Allah, niemand kann vorenthalten, was Du gibst und niemand kann geben, was Du vorenthältst und nichts nützt einem Vermögenden sein Reichtum gegen Deinen Willen. Es gibt keinen Anbetungswürdigen, außer Allah und wir dienen niemandem außer Ihm. Von Ihm kommen alle Wohltaten und jede Gunst und Ihm gebührt das schönste Lob. Es gibt keinen Anbetungswürdigen, außer Allah, zu Dem wir aufrichtig in der Religion sind, auch wenn es den Ungläubigen missfällt.) [18] [17] Überliefert von Muslim (591). [18] Überliefert von Muslim (402).
Und man preist Allah („SubhanAllah“) dreiunddreißigmal, lobt Ihn („Alhamdulillah“) ebenso oft und verherrlicht Ihn („Allah Akbar“) ebenso oft, und sagt zur Vervollständigung der Hundert: „La Ilaha illa Allahu wahdahu la scharika Lah, Lahul-Mulku, wa Lahul-Hamdu, wa Huwa 'ala kulli schayin Qadir“ (Es gibt keinen Anbetungswürdigen, außer Allah, Dem Einzigen, Der keinen Partner hat. Ihm gehören die Herrschaft und das Lob, und Er hat Macht über alle Dinge.). Man rezitiert nach jedem Gebet Ayat Al-Kursi, „Qul huwa Allahu Ahad“ (Surah Al-Ikhlas), „Qul A'udhu bi-Rabbil-Falaq“ (Surah Al-Falaq) und „Qul A'udhu bi-Rabbin-Nas“ (Surah An-Nas). Und es ist erwünscht, diese drei Suren dreimal nach dem Fajr-Gebet und dem Maghrib-Gebet zu wiederholen, da diesbezüglich Hadithe über den Propheten - Allahs Segen und Frieden auf ihm - überliefert wurden. All diese Adhkar sind Sunnah-Handlungen und nicht verpflichtend.
Für jeden Muslim und jede Muslima ist es erwünscht, vier Gebetseinheiten vor dem Dhuhr-Gebet und zwei danach zu verrichten, zwei nach dem Maghrib-Gebet, zwei nach dem 'Ischa-Gebet und zwei vor dem Morgengebet. Insgesamt sind dies zwölf Gebetseinheiten. Diese Gebetseinheiten werden „Ar-Rawatib“ genannt, da der Prophet - Allahs Segen und Frieden auf ihm - sie als Ansässiger (stets) bewahrte. Auf Reisen hingegen ließ er (also der Prophet) sie aus, außer dem Sunnah-Gebet des Fajrs und dem Witr-Gebet, denn er - Segen und Frieden auf ihm - pflegte diese beiden sowohl im sesshaften Zustand als auch auf Reisen regelmäßig zu verrichten. Es ist am besten, diese Rawatib (Sunnah-Gebete) und das Witr-Gebet zu Hause zu verrichten. Wenn man sie jedoch in der Moschee verrichtet, ist nichts dagegen einzuwenden, aufgrund der Aussage des Propheten - Allahs Segen und Frieden auf ihm -: „Das beste Gebet einer Person ist in seinem Zuhause, bis auf das vorgeschriebene Gebet.“ [19] [19] Überliefert von Al-Bukhari (6860).
Die Einhaltung dieser Gebetseinheiten gehört zu den Gründen für den Eintritt ins Paradies, aufgrund der Aussage des Propheten - Allahs Segen und Frieden auf ihm -: „Wer am Tag und in der Nacht zwölf (freiwillige) Gebetseinheiten verrichtet, dem wird, durch sie, ein Haus im Paradiesgarten gebaut.“ [20] [20] Überliefert von Muslim (728).
Wenn man vier vor dem 'Asr-Gebet, zwei vor dem Maghrib-Gebet und zwei Gebetseinheiten vor dem 'Ischa-Gebet verrichtet, so ist dies gut, denn es wird über den Propheten - Allahs Segen und Frieden auf ihm - authentisch etwas überliefert, was dies belegt. Und wenn man vier nach dem Dhuhr-Gebet und vier davor betet, so ist dies gut, aufgrund seiner - Allahs Segen und Frieden auf ihm - Aussage: „Wer vier Gebetseinheiten vor dem Dhuhr-Gebet und vier danach regelmäßig betet, den wird Allah vor dem Feuer schützen.“ [21] Und die Bedeutung ist, dass man zu dem Ratibah-Gebet weitere zwei Gebetseinheiten nach dem Dhuhr-Gebet hinzufügt, denn die Ratibah-Gebete sind vier davor und zwei danach. Wenn man also weitere zwei danach hinzufügt, erlangt man das, was im Hadith von Umm Habibah - möge Allah mit ihr zufrieden sein - erwähnt wird. [21] Überliefert von Ahmad (25547), At-Tirmidhi (393) und Abu Dawud (1077).
Und Allah ist der Gewährer des Erfolgs, und Allahs Segen und Frieden seien auf unserem Propheten Muhammad Ibn 'Abdillah, auf seiner Familie und seinen Gefährten sowie auf denen, die ihnen in guter Weise folgen bis zum Tag des Gerichts.
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