إعداد خطيب ماهر

إعداد خطيب ماهر

Im Namen Allahs, des Allerbarmers, des Barmherzigen.

Language: lang_de
Prepared by:
Version: 1.0
Translations 26
Assamese Azerbaijani German English +22
Attachments 7
PDF
Audio
Video
+3

Im Namen Allahs, des Allerbarmers, des Barmherzigen.

Wahrlich, alles Lob gebührt Allah. Wir lobpreisen Ihn, bitten Ihn um Hilfe und Vergebung. Wir suchen Zuflucht bei Allah vor dem Übel unserer Seelen und vor unseren schlechten Taten. Wen Allah rechtleitet, den kann niemand irreleiten und wen Allah irreleitet, den kann niemand rechtleiten. Ich bezeuge, dass es keinen Anbetungswürdigen gibt, außer Allah, der Einzige, der keinen Teilhaber hat, und ich bezeuge, dass Muhammad Sein Diener und Gesandter ist. Allahs Segen und Frieden seien auf ihm sowie auf seiner Familie, seinen Gefährten und denjenigen, die ihnen auf beste Weise folgen.

Um fortzufahren: Da die Menschen ständig auf das angewiesen sind, was ihre Zustände verbessert, hat die islamische Gesetzgebung das gebracht, was diesen Zweck erfüllt. Dazu gehört auch das, was die Freitagspredigt betrifft. Daher ist die Verantwortung des Freitagspredigers eine gewaltige Verantwortung. Aus diesem Grund waren wir bestrebt, ein Buch mit dem Titel „Ein nützlicher Kurzleitfaden für den Gebetsrufer, den Vorbeter und den Freitagsprediger sowie die Vorschriften der Moscheen“ ([1]) zusammenzustellen und in mehrere Sprachen zu übersetzen. Es umfasst verschiedene Themen, darunter: - https://islamcontent.com/ar/single-content/74839.

Das Freitagsgebet, sein Wesen, seine Zeit und einige seiner Vorschriften bezüglich des dazu Verpflichteten sowie die Freitagspredigt, ihr Urteil, ihre Bedingungen, ihre Säulen, die dabei erwünschten Handlungen und ihre Übersetzung. Es umfasst außerdem die Voraussetzungen, die der Freitagsprediger erfüllen sollte, sowohl hinsichtlich wissenschaftlicher als auch charakterlicher Eigenschaften, ferner die Verhaltensregeln der Predigt und des Predigers, ihren Zweck und ihre Ziele sowie die Art und Weise ihrer Vorbereitung.

Und da dieses Thema von äußerster Wichtigkeit ist, erschien diese zweite Niederschrift mit dem Titel „Die Vorbereitung eines kompetenten Predigers“ zur Ergänzung und Vervollständigung des vorherigen Buches.

Wir bitten Allah, dass Er unser Werk rechtschaffen und ausschließlich um Seines Angesichts Willen sein lässt und dass Er es segnet. Und Allah weiß es am besten, und Segen und Frieden seien auf unserem Propheten Muhammad.

„Die Wichtigkeit der Predigt“

Die Kanzel („Minbar“) des Freitagsgebets gehört zu den stärksten - vielmehr zu den allerstärksten - Mitteln, um die Menschen zu beeinflussen, wenn sie richtig genutzt wird. Denn der Freitagsprediger spricht die Menschen über Jahre hinweg jede Woche einmal an, ob es nun wenige oder viele Jahre sind. Dabei haben sie ihm ihre Herzen und ihren Verstand geöffnet, sodass sie sich nicht von ihm ablenken lassen, selbst nicht durch das Berühren von Kieseln. So nehmen sie von ihm fortwährend und wiederholt Ratschläge, Ermahnungen, Lektionen und Lehren auf.

Der erfolgreiche und von Allah mit Erfolg unterstützte Prediger, dem Allah einen überzeugenden Stil und eine starke Ausdruckskraft verliehen hat, wird zweifellos einen großen Einfluss auf die Menschen ausüben. Dieser Einfluss ist womöglich stärker und wirkungsvoller als der Einfluss eines Lehrers auf seine Schüler und sogar stärker als der Einfluss der sozialen Medien. Dies liegt daran, dass die Predigt mit einer gewaltigen Handlung der Anbetung verbunden ist - nämlich dem Gebet - und weil der redegewandte, aufrichtig ermahnende und ausdrucksstarke Prediger die Menschen direkt anspricht, während er vor ihnen steht. Sie sehen seine Gesichtsausdrücke und die Blicke seiner Augen, wodurch er sie über den Hör- und Sehsinn beeinflussen und ihre Herzen sowie ihren Verstand erreichen kann. Sie hören ihm während der gesamten Dauer seiner Predigt aufmerksam zu, und er legt ihnen verstandesmäßige und überlieferte Argumente und Beweise dar, durch die er sie - mit Allahs Erlaubnis - überzeugen und ihre Vorstellungen korrigieren kann.

Der erfolgreiche und von Allah rechtgeleitete Prediger ist derjenige, der die Kanzel zu einem der wichtigsten Tore für die Verbreitung des Guten und des Wissens macht, sich jedoch nicht darauf beschränkt. Vielmehr beteiligt er sich und leistet nach besten Kräften seinen Beitrag auf jedem Gebiet des Guten und der Rechtschaffenheit. Wo auch immer das Gute zu finden ist, findest du ihn unter dessen Vorreitern, und wo auch immer Aufopferung für Allah gefordert ist, findest du ihn als einen Seiner Soldaten.

Dieser Prediger ist also derjenige, der sich dem Ruf zu Allah und dem Nutzen der Muslime widmet, so wie es die Propheten und Gesandten - Friede und Segen seien auf ihnen - sowie die Gelehrten und die aufrichtigen Rufer dieser Gemeinschaft taten. Er ist darauf bedacht, bei seinen Zuhörern für Auffrischung (des Wissens), Anziehung und Begeisterung zu sorgen.

So gibt es viele Prediger, die zwar über die Voraussetzungen eines Predigers verfügen, deren Predigt jedoch nicht die erhofften Früchte getragen hat, wie es von einem Prediger erwartet wird, der die Botschaft mit Wahrhaftigkeit und Aufrichtigkeit trägt.

An jedem Freitag bringt er ihnen ein Thema, das ihre Gefühle und Bedürfnisse berührt und ihre Herzen ergreift, und er begegnet ihnen innerhalb eines einzigen Jahres etwa fünfzigmal. Gibt es also ein Mittel, das stärker in seiner Wirkung ist als dieses?

Daher ist es kein Wunder, dass die Freitagspredigt zu den edelsten Riten des Islams gehört und einen der wichtigsten Bereiche des Rufes zu Allah, der Verkündung Seiner Gesetzgebung und der Beweisführung gegenüber Seinen Dienern darstellt. Sie ist etwas, das sich die Feinde des Islams wünschen würden, in ihrer Religion ebenfalls zu besitzen, sodass einer der Führer der Parteien, die den Islam bekämpfen, sagte: „Ach, hätte ich doch solche Kanzeln!“

„Die Wissenschaften und Künste sind entsprechend der Erhabenheit ihrer Ziele erhaben, und die Redekunst verfolgt ein Ziel von gewaltiger Bedeutung, nämlich die Menschen zu den Wahrheiten zu leiten und sie zu dem zu ermutigen, was ihnen in diesem diesseitigen und im jenseitigen Leben nützt.

Und das Predigen wird zu den Mitteln der Herrschaft und Führung gezählt..

So liegt im Predigen eine gewaltige Ehre, und diese Ehre besteht darin, dass derjenige, der sie hält, scharfsinnig, wissend und wortgewandt ist.“ [2] - „Al-Khitabah 'inda Al-'Arab“, von Muhammad Al-Khadhir Husayn: 178- 179.

Der Gesetzgeber (Allah) hat es dem Betenden zur Pflicht gemacht, dir - mein predigender Bruder - während deiner Predigt still zuzuhören. Der Gesandte Allahs - Allahs Segen und Frieden auf ihm - sagte: „Wenn du am Freitag zu deinem Gefährten sagst: ‚Hör zu‘, während der Imam predigt, so hast du Unsinn geredet.“ [3] Muttafaqun 'alayh. Und die Bedeutung von „so hast du Unsinn geredet“ lautet: Man erhält nicht die Belohnung für das Freitagsgebet. - Al-Bukhari (934) und Muslim (851).

Vielmehr ist es für die Menschen erwünscht, ihre Gesichter dir zuzuwenden. An-Nawawi, Ibn Al-Mundhir und Ibn 'Abdil-Barr - möge Allah ihnen barmherzig sein - haben den Konsens darüber überliefert, dass dies empfohlen ist. [4] - „Al-Majmu'“: 4/447.

„Die Engel des Allerbarmers hören dir zu, also miss ihnen die gebührende Achtung bei.“

Es genügt dir als Ehre und Stolz - o Freitagsprediger -, dass die Engel des Allerbarmers bei dir anwesend sind, um deinen Predigten und Ermahnungen zuzuhören. Der Gesandte Allahs - Allahs Segen und Frieden auf ihm - sagte, wie in den beiden „Sahih-Werken“ überliefert wird: [5] „Wenn es Freitag ist, stehen an jeder Tür der Moschee Engel, die denjenigen, der zuerst kommt, nacheinander aufschreiben. Wenn der Imam sich setzt, rollen sie die Schriftrollen ein und kommen, um der Ermahnung zuzuhören.“ - Al-Bukhari (3211) und Muslim (850).

Und wenn du dir dies bewusst machst, wird die Bedeutung der Predigt in deinem Herzen gewaltig werden, und du wirst dich noch eifriger darum bemühen, die Wahrheit zu sprechen, das Anvertraute zu erfüllen und den Menschen aufrichtig zu raten, ohne dich nach ihren Neigungen zu richten oder ihnen zu schmeicheln.

Und wer ist wie du - du gesegneter Prediger -?

Allah hat die Menschen dazu verpflichtet, dir zuzuhören und deinen Worten aufmerksam zu folgen, ja sogar ihnen untersagt, sich während deiner Rede mit etwas anderem zu beschäftigen - und sei es nur mit dem Umdrehen von Kieselsteinen oder dem Missbilligen des Verwerflichen. Und Er hat Seine Engel deiner Predigt zuhören lassen!

Dies verpflichtet dich dazu, Allah gegenüber aufrichtig zu sein, in deinen Ansprachen und Ermahnungen äußerst aufrichtigen Rat zu erteilen und den Zweck deiner Ansprachen darin zu sehen, Allahs zu gedenken, die Menschen zu ermahnen und sie über die Angelegenheiten ihrer Religion sowie über das aufzuklären, was ihnen in ihrem Diesseits nützt.

***

„Was ist besser: das freie Vortragen der (Freitags-)Predigt oder das Ablesen von einem Blatt Papier?“

Es besteht kein Zweifel daran, dass das Ablesen des Predigers von einem Blatt viele Vorteile mit sich bringt und für viele Prediger und Redner geeigneter sein kann als das freie Vortragen. Dies ist eine beobachtbare und tatsächliche Realität.

Das freie Vortragen hat eine große Wirkung auf die Interaktion und Begeisterung des Redners, und dies führt - zweifellos - dazu, dass die Zuhörer beeinflusst, begeistert und ergriffen werden, und umgekehrt.

Es ist bekannt, dass das Zusammenwirken von Hör- und Sehsinn bei der Aufnahme wirkungsvoller für das Verständnis, die Beeinflussung und das Einprägen von Informationen ist, im Gegensatz dazu, wenn einer von beiden allein wirkt. So ist der Prediger, der frei spricht, den Menschen sein Gesicht zuwendet und sie mit seinen Blicken anspricht, stärker in seinem Einfluss als derjenige, der von einem Blatt predigt und dessen Zuhörer nur über den Hörsinn aufnehmen. Und selbst diese Aufnahme erreicht nicht dieselbe Stärke wie beim frei sprechenden Prediger, denn seine Stimme ist kraftvoller und erzeugt eine stärkere Interaktion.

Und wer das freie Vortragen mehrfach erprobt hat und dabei viel Zögern, Stottern, Vergessen oder Furcht und starke Anspannung verspürt und nicht davon ausgeht, dass diese Dinge mit der Zeit und durch häufiges Üben des freien Sprechens nachlassen werden, der soll die Predigten ablesen. Denn nicht jedem wird Erfolg im freien Vortragen gewährt. Und Allah - erhaben ist Er - hat, so wie Er die materiellen Gaben unter den Menschen verteilt hat, auch die immateriellen Gaben unter ihnen verteilt, wie Charaktereigenschaften, Fähigkeiten, Talente und Bestrebungen.

Acht Schritte, die den Weg zu einer erfolgreichen Predigt erleichtern und ebnen:

Erstens: Das aufrichtige Bittgebet um Hilfe dabei sowie die Zuflucht zu Allah - erhaben ist Er - mit Aufrichtigkeit und inständigem Flehen.

Zweitens: Das aufrichtige Vertrauen auf Allah - erhaben ist Er - und dass man sich vollständig auf Ihn stützt. Und Allah entspricht der Erwartung Seines Dieners Ihm gegenüber. Wer auf Ihn vertraut, dem genügt Er und Er genügt ihm für das, was ihn beschäftigt und was er erhofft.

Drittens: Den herausragenden Predigern zuzuhören und von ihren Erfahrungen zu profitieren.

Viertens: Die Predigt allein zu üben. Wenn dies in der Moschee über den internen Lautsprecher geschieht, ist es besser, und wenn es auf der Minbar stattfindet, ist es noch besser.

Fünftens: Das Üben, Gefühle zu zeigen und die Stärkung der Emotionen.

Ich habe über die größten Geheimnisse derjenigen nachgedacht, die in der Redekunst, im Vortrag und in der Einflussnahme erfolgreich sind, und festgestellt, dass das Geheimnis dafür - nach der Erfolgsschenkung Allahs - die Stärke ihrer Emotionen ist, sowie ihre Fähigkeit, ihre Gefühle im Detail und nicht nur pauschal auszudrücken, und dies im Einklang mit den islamischen Richtlinien.

Denn die Stärke der Emotionen treibt den Redegewandten dazu an, seine Rede zu verdeutlichen, und den Weisen dazu, seine Weisheit zu offenbaren, sodass sie die Herzen durch ihre Faszination anzieht und den Verstand durch ihre Schönheit und Vollkommenheit fesselt. Bei demjenigen mit schwachen Emotionen geht vieles seines Wissens mit dem Schwinden seiner Emotionen verloren, und seine Wirkung auf die Menschen schwindet mit dem Erlöschen seiner Gefühle.

„Es ist für den Prediger verpflichtend, erfüllt zu sein von Begeisterung für das, wozu er aufruft, und von der Überzeugung von dessen Wahrheit; denn was aus dem Herzen kommt, gelangt in das Herz. So muss die Begeisterung des Predigers stärker sein als die seiner Zuhörer, damit sie auf diese übergeht und ihren Durst stillt, da sie andernfalls seine innere Schwäche spüren würden und die Wirkung seiner Rede verloren ginge.“

Es ist unerlässlich, häufig zu üben, indem man Gedanken und Gefühle aufschreibt, für sich allein darüber spricht und sie anschließend einer vertrauten Person offenbart.

Und jedes Mal, wenn die Gefühle eingesperrt und zurückgehalten werden, vertrocknen sie und vergehen. Und jedes Mal, wenn sie frei gelassen werden - unter der Voraussetzung, dass sie den islamisch-rechtlichen Richtlinien entsprechen -, sprudeln sie hervor und fließen über. So tränken sie die Seiten des Schreibens und Verfassens, die Kanzeln des Predigens und Darlegens sowie die Menschen mit Liebe und Zuneigung.

So lass - mein predigender Bruder - deinen Gefühlen und Emotionen freien Lauf, damit in dir und in anderen der Geist des Lebens, der Schaffenskraft, des Erwachens, des Wachstums und der Barmherzigkeit lebendig wird.

Denn wessen Gefühle edel sind, dessen Charaktereigenschaften veredeln sich, seine Seele wird würdevoll, seine Freunde werden zahlreich, seine Feinde weniger, seine Argumentation klar, seine Ausdrucksweise stark und seine Beredsamkeit eindrucksvoll.

Sechstens: Das Bitten um einen guten Rat von einem aufrichtigen, verständigen, erfahrenen und wohlwollenden Menschen, der ihn auf seine Fehler hinweist, damit er diese meidet, und auf seine guten Eigenschaften, damit er an ihnen festhält und sie vermehrt.

Siebtens: Die frühzeitige Vorbereitung der Predigt.

Achtens: Das Lesen in den Büchern, die sich mit der Vorbereitung der Predigt und der Vortragsweise befassen. [6] - Siehe: „Ein nützlicher Kurzleitfaden für den Gebetsrufer, den Vorbeter und den Freitagsprediger sowie die Vorschriften der Moscheen“: 95, https://islamcontent.com/ar/single-content/74839.

Nervosität und Anspannung zu Beginn des Predigens sind etwas Gewöhnliches und Übliches.

Du wirst in den Anfängen deiner Predigt Nervosität und Furcht verspüren, und dies ist etwas, das der menschlichen Natur entspricht. Vielleicht überkommt dich auch das Gefühl, dass dies eine Folge der Blicke der Menschen auf dich ist und deiner Annahme, dass dein Wissen schwach sei.

Und was deine Nervosität noch steigern mag, ist dein Gefühl, dass die Menschen dies wahrnehmen und beim Prediger ablehnen, und dass dies womöglich ein Grund dafür ist, dass sie sich von dir abwenden.

Und es besteht kein Zweifel daran, dass deine starke Verbundenheit mit Allah, dein Vertrauen auf Ihn, dein aufrichtiges Bittgebet und die beständige Übung die Angst vollständig verschwinden lassen, bis du die Stufe erreichst, das Predigen zu genießen und dem Freitag entgegenzusehen, um die Süße des Predigens zu kosten.

So braucht es nichts anderes als Geduld, bis dem Menschen die Schätze des Erfolgs und die Gnaden des Großzügigen, des Gaben Spendenden - gepriesen sei Er - geöffnet werden.

Das Ertragen der Enge der Anstrengung zu Beginn dient dazu, am Ende die Weite der Wonne, der Stellung und der Glückseligkeit zu erlangen.

Und sprich zu dir selbst: Nach der Enge folgt nichts als die Erleichterung und das Schwinden der Bedrängnis, und nach der Mühe folgt nichts als die Ruhe. Und wahrlich, es ist nur eine Stunde der Geduld, so sei geduldig und harre in Geduld aus, damit du die Kanzeln besteigst und den Aufruf zu Allah offen verkündest. Und Allah sprach die Wahrheit - und wer ist wahrhaftiger im Wort als Allah: „Und diejenigen, die sich um Unseretwillen abmühen, werden Wir ganz gewiss Unsere Wege leiten. Und Allah ist fürwahr mit den Gutes Tuenden.“ [Al-'Ankabut:69]

Und wie schön ist, was Qatadah - möge Allah ihm barmherzig sein - sagte: „O Sohn Adams, wenn du das Gute nur aus Tatendrang verrichten willst, so ist deine Seele gewiss zu Überdruss, Trägheit und Ermüdung geneigt. Jedoch ist der Gläubige derjenige, der sich überwindet, und der Gläubige ist derjenige, der sich stärkt, und der Gläubige ist derjenige, der beharrlich ist.“ [7] Und mit dem Beharrlichen ist gemeint, dass man im Festhalten an guten Taten beständig ist und dass man sich selbst dazu verpflichtet, sie dauerhaft fortzuführen. - „Tafsir Al-Qurtubi“: (1/251). Die Überlieferung von Qatadah - möge Allah ihm barmherzig sein - wurde überliefert von Abul-Qasim Ibn Bischran Al-Baghdadi (gestorben: 430 n. H.), in seinem Werk „Die Hoffnung“ (1454).

Ursachen (und Wege) zur Überwindung der übermäßigen Angst beim Predigen:

Die Angst - insbesondere zu Beginn - ist eine sehr vertraute und gewöhnliche Angelegenheit, wie bereits erwähnt wurde. Vielmehr ist sie sogar etwas Positives: Sie hilft dabei, der Predigt Aufmerksamkeit und Sorgfalt zu widmen und sich gut auf sie vorzubereiten. Außerdem zügelt sie die Seele in ihrem übermäßigen Vertrauen auf sich selbst, das dazu führen kann, die Menschen geringzuschätzen und weder dem Inhalt noch der Auswahl passender Worte und Bedeutungen die notwendige Sorgfalt zu schenken.

Jedoch ist das Andauern der Angst bei jeder Predigt über einen langen Zeitraum hinweg eine negative Angelegenheit - was in der heutigen Zeit als soziale Phobie bezeichnet wird. Daher sollte man die Ursachen und Wege ergreifen, um sich davon zu befreien. Dazu gehören:

Erstens: Die Aufrichtigkeit gegenüber Allah - erhaben ist Er -, die Zuflucht zu Allah - erhaben ist Er - und das häufige Bittgebet darum, dass Er dir Ruhe gewährt und Seelenfrieden auf dein Herz herabsendet.

Zweitens: Das Trinken einiger beruhigender Getränke vor der Predigt, wie Minztee und Ähnlichem, da dies zur Linderung von Unruhe und Angst beiträgt.

Drittens: Die Seele daran zu gewöhnen, Kritik anzuhören und sich darüber zu freuen, damit sie zu einer Leiter für Fortschritt und Kreativität wird, und sich nicht vor Fehlern zu fürchten.

Viertens: Das frühzeitige Erscheinen. Denn es besteht kein Zweifel daran, dass der Prediger, der hastig kommt, um die Zeit aufzuholen, außer Atem gerät, sein Herz unruhig schlägt und ihn eine Unruhe und Anspannung überkommen, die ihn sogar während der Predigt noch begleiten.

Fünftens: Hebe deinen Kopf, um die Menschen anzusehen, und sprich gelegentlich frei. Auch wenn du zu Beginn Schwierigkeiten, Fehler und Zögern bemerkst: Dein ständiges Festhalten an dem, was auf dem Papier steht, und dein mangelnder Mut, das Publikum direkt anzublicken, nehmen den Zuhörern die Begeisterung für deine Worte und lassen dich weiterhin Angst und Furcht vor der Kanzel verspüren.

Einige Prediger, die seit Jahren predigen, jedoch nicht vom Manuskript abweichen und das Publikum nicht ansehen, berichten, dass sie bei jeder Predigt Furcht und Unruhe verspüren. Einer von ihnen sagt sogar: „Bei jeder Predigt ist es mir vor lauter Sorge und Angst, als würde ich zum ersten Mal predigen!“

Doch schaue zu Beginn deiner Predigt nicht in die Gesichter der Menschen, denn dein Blick könnte auf jemanden fallen, vor dem du Ehrfurcht empfindest, sodass du in Verwirrung gerätst, und der Blick der Menschen auf dich könnte dich einschüchtern. Schaue vielmehr auf ihre Köpfe, ohne dich auf bestimmte Personen und ihre Augen zu konzentrieren.

Sechstens: Denke beim Besteigen der Kanzel nicht an negative Dinge oder mögliche Fehler, sondern richte deinen Blick auf die positiven Ergebnisse, die - mit Allahs Erlaubnis - zu erwarten sind, sowie auf den großen Nutzen, den du aus deiner Predigt ziehen wirst: den Nutzen für die Menschen und Allahs Beistand für dich bei der Ausübung dieser Handlung der Anbetung, beim Gebieten des Guten, beim Verbieten des Schlechten und beim Aufruf zu Ihm.

Siebtens: Übe vor der Predigt die richtige Atmung, indem du tief durch die Nase einatmest, die Luft kurz anhältst und sie dann langsam wieder ausatmest. Diese Atmung hat eine große Wirkung auf die Beseitigung von Anspannung. Fachleute und Mediziner haben erwähnt, dass die normale Atmung etwa sieben bis zehn Liter Sauerstoff ins Gehirn transportiert, während bei richtiger Atemtechnik etwa fünfundsiebzig Liter erreicht werden können. Dadurch sinkt das Niveau der Stress- und Angsthormone, und Erfahrungen haben gezeigt, dass dies sehr wirksam ist, um Anspannung, Sorgen und Unruhe zu reduzieren.

Während der Predigt versuche, einen tiefen Atemzug auf eine Weise zu nehmen, die die Aufmerksamkeit der Anwesenden nicht auf sich zieht, und dies, indem du ihn bei einer passenden Pause schnell und in großer Menge durch den Mund oder die Nase aufnimmst. Dann fährst du nach diesem Atemzug fort, um die Rede zu vervollständigen. Verfahre so bei fast jeder Pause.

Die beste Lösung im Umgang mit ungerechter oder falscher Kritik, die dich erreicht:

Wenn du - mein predigender Bruder - von einer Entscheidung, die du getroffen hast, einer Methode, die du für gut befunden hast, oder einem Weg, den du nach Überlegung, Nachdenken und Beratung mit erfahrenen Leuten eingeschlagen hast, überzeugt bist, so schenke den Kritikern und Tadelnden keine Beachtung. Denn niemand bleibt von der Kritik der Menschen verschont, was auch immer er tut und wie hoch auch immer sein Rang sein mag.

Wenn du dich ihrer Kritik zuwendest, wird dein Eifer schwächer, deine Brust wird eng, und du verlierst das Verlangen nach Entwicklung und Kreativität.

Und es gibt kein Buch, keinen Artikel und keine Tat, ohne dass es jemanden gibt, der sie bemängelt und kritisiert.

Behandle die Kritiker mit Freundlichkeit und Respekt, weise sie in Güte zurück, nimm das an Wahrheit an, was sie vorbringen, und verschmähe dies nicht, auch wenn der Kritiker in deinen Augen nicht angesehen ist.

Ratschläge für den Prediger vor der Predigt:

Du solltest - mein predigender Bruder - vor der Predigt mehrere Dinge tun, die dir - nach Allah, erhaben ist Er - als Hilfe dienen, um auf der Kanzel zu stehen und deine Predigten zu halten. Darunter:

Erstens: Vergegenwärtige dir, dass du auf dem Weg bist, um die Botschaften Allahs zu verkünden und zu Ihm aufzurufen, und lies gelegentlich Seine - erhaben ist Er - Worte: „die Allahs Botschaften übermitteln, Ihn fürchten und niemanden fürchten außer Allah“ Und lies zu anderen Zeiten Seine - erhaben ist Er - Aussage: „Und wer spricht bessere Worte als wer zu Allah ruft, rechtschaffene Taten verrichtet und sagt: ‚Wahrlich, ich gehöre zu den (Allah ergebenen) Muslimen?‘“ [Fussilat:33]

Und die Aussage des Erhabenen: „Sag: ‚Das ist mein Weg: Ich rufe zu Allah aufgrund eines sichtbaren Hinweises, ich und diejenigen, die mir folgen. Und gepriesen sei Allah, und ich gehöre nicht zu den Götzendienern.‘“ [Yusuf:108]

Dies spornt dich zu mehr Aufrichtigkeit und Anstrengung an sowie dazu, dem Propheten - Allahs Segen und Frieden auf ihm - zu folgen und dir das große Ziel der Predigt zu vergegenwärtigen, für das Allah - erhaben ist Er - Seine Propheten und Gesandten entsandt hat, nämlich die Verkündung der Religion und ihre Verbreitung; und dies ist die höchste Rangstellung im Diesseits.

Zweitens: Bitte Allah kurz vor dem Besteigen der Kanzel darum, dir Aufrichtigkeit, Erfolg und Richtigkeit zu gewähren und dass Er dir und anderen durch das, was du sagst, Nutzen bringt. Denn viele Prediger und Redner lassen sich nicht von dem ermahnen, was sie selbst sagen, und selbst wenn sie sich ermahnen lassen, vergessen sie allzu schnell, was sie gesagt haben - insbesondere, wenn längere Zeit vergangen ist.

Und bitte Ihn - erhaben ist Er - stets darum, dass Er dich mit Beredsamkeit und Ausdruckskraft segnet.

Drittens: Das Vorbereiten einer Reihe von Predigten lange im Voraus, bevor du sie hältst. Dabei können zwischen deiner Vorbereitung und dem Halten Monate oder Jahre liegen.

Dann schreibe auf, was dir in den Sinn kommt. Denn wenn dir ein Thema in den Sinn kommt oder du während deiner Lektüre auf eine wertvolle Erkenntnis stößt, auf einen Hadith, der dich innehalten lässt, oder auf einen Vers, über den du nachgedacht hast, so schreibe dies unmittelbar und ohne Verzögerung auf, da die Gefühle in diesem Moment intensiv sind und die Gedanken präsent sowie miteinander verknüpft sind. Würdest du das Schreiben zu diesem Zeitpunkt aufschieben, so gingen die Gedanken und Eingebungen verloren, und es wäre schwer, sich an sie zu erinnern und sie wieder abzurufen. Schreibe daher auf, was dir in den Sinn kommt. Beginne danach damit, das wissenschaftliche Material - ohne Übertreibung - aus dem Buch und der Sunnah sowie aus den Aussagen der Leute des Wissens zu sammeln, auf deren Worte du während deiner Lektüre ihrer Werke oder der Bücher, die von ihnen zitieren, gestoßen bist. Recherchiere bei Bedarf in „Al-Maktabah Asch-Schamilah“ oder im Internet.

Und widme dich den Versen des Qurans, den Überlieferungen des Propheten - Allahs Segen und Frieden auf ihm -, den Aussagen der rechtschaffenen Vorfahren und ihren Überlieferungen, der Geschichte sowie den Worten der gottesfürchtigen zeitgenössischen Gelehrten - insbesondere in Bezug auf Ereignisse, Prüfungen und aktuelle Geschehnisse.

Was du also vorfindest, das sich auf das Thema der Predigt bezieht, das nimm auf und speichere es in einer Datei auf dem Computer ab - zunächst ohne Ordnung und Überprüfung.

Und verfahre stets auf diese Weise mit allem, was dir an Themen und Nutzen in den Sinn kommt oder begegnet: Notiere in diesem Moment, was dir einfällt. Recherchiere und schreibe, was dir möglich ist, und belasse es dann dabei, während du dein gewöhnliches Lesen fortsetzt. Wenn du anschließend auf einen Nutzen, einen Vers oder eine Überlieferung stößt, die mit einer Predigt zusammenhängt, die du bereits geschrieben oder teilweise verfasst hast, so füge dies ihr hinzu.

So kann es sein, dass die Predigt mehrere Jahre bei dir verbleibt. Halte sie in deinen Unterrichten, Vorträgen oder Ansprachen, denn dabei werden dir Feinheiten und Nutzen eröffnet, die dir zuvor nicht in den Sinn gekommen waren. Du wirst dich an Dinge erinnern, die du vergessen hattest, und die Predigt wird - soweit möglich - vorbereitet und vollständig sein, wenn du sie in der Freitagspredigt hältst.

Viertens: Trage sie vollständig oder teilweise in Ansprachen in den Moscheen oder in deinen privaten Zusammenkünften vor. Das Ziel davon ist:

a) Die Festigung und das Einprägen der Informationen.

b) Ihre Verbreitung unter den Menschen, insbesondere in den Moscheen, die nicht in der Nähe der Freitagsmoschee liegen, in der du predigst; denn dort ist es wahrscheinlicher, dass deine Gemeinde nicht anwesend ist.

c) Eine vertiefte und gründliche Untersuchung des Themas. Meistens wird es so sein, dass dir während des Vortrags oder danach wichtige Punkte einfallen, über die noch gesprochen werden sollte, oder dass Fragen und Nachfragen von denen kommen, die dir zugehört haben.

Fünftens: Halte sie am Freitag etwa zwei Stunden vor dem Zeitpunkt der Predigt so, wie du sie in der Predigt halten würdest.

Sechstens: Betreibe keinen übermäßigen Aufwand bei der Recherche und übertreibe die Vorbereitung nicht, sondern richte deine Sorge darauf aus, Inhalte zusammenzutragen, die zunächst dir selbst nützen und dann den Zuhörern in ihren verschiedenen Schichten.

Und ich habe gesehen, dass übermäßige Anstrengung in jeder Angelegenheit schädlich und beschwerlich ist und denjenigen, der sie ausübt, meist zum Abbruch oder zu Überdruss und Nachlassen führt.

Ratschläge für den Prediger während der Predigt:

Es gibt mehrere Aspekte, die du während der Predigt beachten solltest, darunter:

Erstens: Bemühe dich nicht künstlich, Gefühle vorzutäuschen oder sie zu verbergen, während du die Ereignisse der Geschichten, Situationen und Lehren vergegenwärtigst, und zeige deine Gefühle je nach Kontext durch deine Gesichtszüge, den Ausdruck deiner Augen und die unterschiedlichen Tonlagen deiner Stimme.

Und wisse: Je natürlicher dein Vortrag ist und je weniger du dich dabei verstellst, desto stärker ist seine Wirkung. So bleibe bei deiner natürlichen Art, mit der du aufgewachsen bist, und bei deinem Stil, den du außerhalb der Predigt beim Reden und Sprechen verwendest, unter Beachtung der Tonlagen der Stimme und der Verbesserung der Darbietung.

Viele Prediger verwenden für die Predigt einen völlig anderen Stil als den, den sie sonst gewohnt sind, als ob sie der Ansicht wären, dass das Predigen einen monotonen Stil und ein einzigartiges, festgelegtes Muster erfordere. Dies führt dazu, dass sie ihre Wirkung auf die Zuhörer verlieren und deren Herzen nicht erreichen.

Zweitens: Trage die Predigt nicht in einem monotonen Redefluss vor und beeile dich nicht so sehr, dass dem Zuhörer das vollständige Zuhören entgeht. Predige mit Bedacht, lege bei Bedarf kurze Pausen ein und achte auf die Tonlage der Stimme, wie es der jeweiligen Stelle angemessen ist. Erhebe die Stimme und sprich schneller, wenn die Situation dies erfordert.

Drittens: Plane die Zeit der Predigt genau und verlängere die Ansprache nicht, außer bei Bedarf.

Viertens: Wenn du einige Verfehlungen siehst, die von den Betenden während der Predigt begangen werden, so weise freundlich darauf hin. Wenn du beispielsweise jemanden siehst, der während der Predigt spricht, so weise allgemein auf diesen Fehler hin.

Ratschläge für den Prediger nach der Predigt:

Es gibt mehrere Aspekte, die du nach der Predigt tun solltest, darunter:

Erstens: Die Lobpreisung Allahs - erhaben ist Er - für das, was Er dir an Erfolg beim Halten der Predigt gewährt hat.

Zweitens: Das Anhören deiner Predigten nach ihrem Vortrag, mit dem Ziel, die positiven Aspekte herauszufiltern, um diese zu stärken und zu festigen, sowie die negativen Aspekte zu erkennen, um diese zu vermeiden und sich von ihnen fernzuhalten.

Und all dies:

Erstens: Aus Ehrerbietung gegenüber dem Rang der Predigt, denn sie hat ihren Wert und ihre Stellung im Islam.

Und zweitens: Aus Respekt vor den Betenden, die aus Gehorsam gegenüber ihrem Herrn, als Antwort auf den Ruf ihres Schöpfers und aus Liebe gekommen sind, dem zuzuhören, was du zu sagen hast.

Ebenso ist es möglich, sie an einen aufrichtigen Ratgeber weiterzugeben, damit er dich auf die darin enthaltenen positiven und negativen Aspekte hinweist.

Außerdem sollte sie, wenn möglich, aufgezeichnet und verbreitet werden, insbesondere in den Ländern, in denen es nur wenige Prediger gibt, damit die Allgemeinheit der Menschen, die nicht mit dir beten, davon profitieren kann. Sie sollte sowohl als Audio als auch in schriftlicher Form verbreitet werden.

Und wenn der Prediger für sich eine Seite in den sozialen Medien sowie eine eigene Website erstellt, so ist das gut.

Ebenso sollte er mit jenen Websites zusammenarbeiten, die Predigten veröffentlichen, und seine Predigten über diese Websites verbreiten. Dies gilt insbesondere für übersetzte Predigten aufgrund ihrer geringen Anzahl.

Allgemeine Ratschläge für den Prediger und den Rufer zu Allah:

Für dich - mein Bruder, der Freitagsprediger - sind diese Ratschläge bestimmt, die lediglich eine Erinnerung für uns sind:

[1] „Verkünde Gutes und schrecke nicht ab.“

Der gesegnete und erfolgreiche Prediger ist derjenige, der frohe Botschaft verkündet und nicht abschreckt und unter den Menschen den Geist der Zuversicht und der Hoffnung verbreitet, der den Staub der Verzweiflung und der Faulheit beseitigt und zur Anstrengung und zum Handeln anspornt.

Hüte dich davor - mein predigender Bruder -, dass sich die Themen deiner Predigten um Tragödien, Schicksalsschläge und negative Dinge drehen, die zu jeder Zeit und an jedem Ort eintreten können. Lass vielmehr den Großteil deiner Predigten von Zuversicht sowie von der Erwähnung leuchtender Beispiele in Bezug auf Charakter, Verhalten und Persönlichkeiten handeln, damit die Menschen sich diesen Charakter, dieses Verhalten und diese Persönlichkeiten zum Vorbild und Wegweiser nehmen.

Und wenn man einen Fehler sieht, so spricht nichts dagegen, darauf aufmerksam zu machen und die Menschen davor zu warnen - auf islamisch legitime und angemessene Weise.

[2] „Halte dir die Allgemeinheit der Menschen vor Augen.“

Halte dir - möge Allah dich bewahren - die Allgemeinheit der Menschen vor Augen, denn sie haben den größten Anspruch und das meiste Anrecht auf deine Predigten und Ermahnungen. Dies aufgrund der Aussage des Propheten - Allahs Segen und Frieden auf ihm - zu 'Uthman Ibn Abi Al-'As - möge Allah mit ihm zufrieden sein -, als er zum Vorbeter seines Volkes eingesetzt wurde: „Und richte dich nach dem Schwächsten von ihnen.“ [8] - Überliefert von Abu Dawud (531), Ibn Majah (987), Ahmad (17906) und weiteren, und Al-Albani hat ihn als authentisch eingestuft.

Das heißt: Berücksichtige den Zustand des Schwächsten und verrichte ein Gebet, das ihnen nicht beschwerlich fällt. Die Rücksichtnahme auf diejenigen, die schwach im Verständnis sind, ist nicht weniger wichtig als die Rücksichtnahme auf die körperlich Schwachen.

Wenn du jedoch auf ihre Eliten und Angesehenen sowie auf deine Anhänger und Schüler Rücksicht nimmst und dich nicht um die Allgemeinheit der Menschen kümmerst, so wird dich dies zu mehreren Gefahren führen:

Erstens: Das gekünstelte Bemühen bei der Wahl der Ausdrücke, das künstliche Hervorbringen von Reimprosa sowie von Themen, die ihrem Niveau entsprechen, unter Ausschluss der überwiegenden Mehrheit der Allgemeinheit und Ähnlichem.

Zweitens: Dass der Allgemeinheit das vorenthalten wird, was ihr an Ermahnungen und an der Behandlung gesellschaftlicher Angelegenheiten nützt, weil du dich mit dem beschäftigst, was die Intellektuellen und andere interessiert. Sie möchten Reden über die Feinheiten der Wissenschaften und die daraus gezogenen Schlussfolgerungen sowie über das Neue und Fremde hören. Einige von ihnen möchten Reden über Politik und ein übermäßiges Vertiefen in die Realität hören, und dies wird ihnen weder in ihrer Religion noch in ihrem Diesseits nützen.

Drittens: Die Verdorbenheit der Absicht. Anstatt dass sie aufrichtig um des Angesichts Allahs willen ist, richtet sie sich nun nach der Rücksichtnahme auf diejenigen aus, die dich lieben, sowie nach dem, was ihnen gefällt und sie zufriedenstellt.

Wenn du die Bewunderung der Menschen für deine Predigten siehst und ihr Wetteifern darum, ihnen beizuwohnen und zuzuhören, dann besteht kein Zweifel daran, dass du auf sie Rücksicht nehmen und das predigen wirst, was sie zufriedenstellt.

Und dann entzieht dir Allah - erhaben ist Er - den Segen, die Annahme, den Nutzen und den Vorteil.

Die Aufmerksamkeit des Predigers für den Nutzen der Allgemeinheit bedeutet nicht, dass er nicht auf wichtige Angelegenheiten eingeht, die vielleicht über dem Niveau vieler von ihnen liegen und von denen einige Spezialisten, wie Wissenssuchende oder Verantwortliche und dergleichen, profitieren könnten - jedoch jeweils nach Bedarf.

[3] „Hüte dich vor Selbstbewunderung oder davor, das Lob der Menschen für dich zu bewundern.“

Wenn der Freitagsprediger auf die Kanzel steigt und die Menschenmengen sieht, die sich bei ihm eingefunden, ihn aufgesucht und sich ihm zugewandt haben, und er unter ihnen den Gelehrten, den Arzt, den Älteren, den Richter, den Reichen und den Verantwortlichen sieht, so kann ihn Selbstgefälligkeit überkommen, insbesondere dann, wenn er weiß, dass viele von ihnen seinetwegen gekommen sind. Daher ist der besonnene Prediger verpflichtet, bei Allah Zuflucht vor Selbstgefälligkeit und Hochmut zu suchen, jeden Freitag gegen sich selbst anzukämpfen, um sich von Selbstgefälligkeit und Selbstbewunderung zu befreien, und den Vorzug Allah - erhaben ist Er - zuzuschreiben, Der die Menschen dazu bewegt hat, sich ihm zuzuwenden.

Einige der Salaf sagten: „Wenn du vor den Menschen sitzt, so sei ein Ermahner für dein Herz und für dich selbst, und lass dich nicht davon täuschen, dass sie sich um dich versammeln, denn sie betrachten dein Äußeres, während Allah dein Inneres beobachtet.“ [9] - „Madarij As-Salikin bayna Manazil Iyyaka na'budu wa Iyyaka nasta'in“ (2/ 66).

So obliegt es dir, aufrichtig für Allah - mächtig und majestätisch ist Er - zu sein und deinen Glauben zu stärken. Außerdem sollst du dich davor hüten, dass das Lob der Menschen dich beeindruckt, denn viele Menschen übertreiben im Lob - und du kennst dich selbst am besten!

Ibn Al-Jauzi - möge Allah ihm barmherzig sein - sagte: „Und die größte Prüfung ist das Lob der einfachen Leute, denn wie oft hat es schon getäuscht!“ [10] - „Sayd Al-Khatir“ (67).

Es ist kein Fehler, dass du dich über das Lob der Menschen für dich oder für deine Predigten freust, denn es wurde dem Gesandten Allahs - Allahs Segen und Frieden auf ihm - gesagt: „Was sagst du über einen Mann, der etwas Gutes tut und die Menschen ihn dafür loben?“ Er sagte: „Dies ist die vorweggenommene frohe Botschaft für den Gläubigen.“ [11] - Überliefert von Muslim (2642).

Wenn also der Gläubige: „Eine Tat, die aufrichtig für Allah verrichtet wird, woraufhin Allah für ihn das gute Lob in die Herzen der Gläubigen legt, sodass er sich über die Huld Allahs und Seine Barmherzigkeit freut und dies als frohe Botschaft aufnimmt, schadet ihm dies nicht.“ [12] - „Jami' Al-'Ulum wal-Hikam“ von Ibn Rajab (1/84).

Der Fehler und die Sünde bestehen einzig darin, dass dich durch ihr Lob die Selbstbewunderung erfasst, dass du dich über deine Anstrengung und deine Taten freust, den Vorzug dir selbst zuschreibst und deine Freude nicht der Gunst Allahs, Seiner Barmherzigkeit und Seiner Großzügigkeit gilt, Der dir das Gute zukommen ließ, es dir lieb machte und es dir erleichterte.

Und das Anzeichen dafür, dass du von der Krankheit der Selbstgefälligkeit befallen bist, ist dein Widerwille gegenüber Kritik und deine Abneigung gegenüber dem aufrichtigen Rat des Ratgebers.

[4] „Sprich das, was ihnen in ihrer Religion und ihrem Diesseits nützt.“

Lass diejenigen, die gekommen sind, um dir zuzuhören, das hören, was ihnen in ihrer Religion und ihrem Diesseits nützt, und frage dich während der Vorbereitung selbst: Welchen Nutzen werde ich den Menschen in ihrer Religion und ihrem Charakter bringen, wenn sie die Moschee verlassen?

Das, woraus sie keinen Nutzen zogen, das erwähne nicht.

Welchen Nutzen werden sie also daraus ziehen, wenn ich beispielsweise über die Feinheiten der Politik sprechen oder ausführlich über die Unglücke der Muslime reden würde?

Und welchen Nutzen werden sie daraus ziehen, wenn ich ein Thema behandle, das aufgrund seiner Sensibilität von Unklarheit umgeben ist, und ich aus Angst um mich selbst davor zurückschrecke, es offen auszusprechen, sodass ich auf Andeutungen und indirekte Formulierungen zurückgreife, die nur die Elite der Elite versteht?

Und welchen Nutzen werden sie daraus ziehen, wenn ich dem Herrscher vor den Menschen einen Ratschlag erteile - sei es direkt oder indirekt? Das öffentliche Erteilen von Ratschlägen an den Herrscher haben die rechtschaffenen Vorfahren untersagt, da dies meist Unruhen hervorruft und dem Prediger Schaden zufügt.

[5] „Das Wahren der Ruhe während der Predigt.“

Man muss während der Predigt ruhig bleiben und darf sich nicht von der Begeisterung mitreißen lassen, sodass man vom Thema abweicht oder Worte spricht, die man danach bereuen könnte. Wenn die Begeisterung des Predigers zu stark wird, verliert er in der Regel seine Konzentration und die Kontrolle über seine Worte, und möglicherweise wird seine Stimme so laut, dass es für viele Zuhörer unangenehm wird.

[6] „Die Vorsicht vor der Verlängerung der Predigt.“

Der Prophet - Allahs Segen und Frieden auf ihm - pflegte die Predigt kurz zu halten, und ebenso taten es seine Gefährten - möge Allah mit ihnen zufrieden sein - sowie diejenigen der rechtschaffenen Vorfahren der (muslimischen) Gemeinschaft, die nach ihnen kamen - möge Allah der Erhabene ihnen barmherzig sein.

Abu Wa'il - möge Allah ihm barmherzig sein - berichtete: 'Ammar - möge Allah mit ihm zufrieden sein - hielt uns eine Predigt, wobei er sich kurz hielt und verkündete. Als er herabstieg, sagten wir: „O Abu Al-Yaqdhan, du hast verkündet und dich kurz gehalten, hättest du doch etwas Luft geholt (und länger gesprochen)!“ Da sagte er: „Wahrlich, ich hörte den Gesandten Allahs - Allahs Segen und Frieden auf ihm - sagen: ‚Das lange Gebet des Mannes und seine kurze Predigt sind ein Geschick seines Verständnisses. So haltet die Predigt kurz und zieht das Gebet in die Länge, denn wahrlich in der Erklärung (Rede) gibt es Zauber.‘“ [13] - Überliefert von Muslim (869).

Seine Aussage: „Hättest du doch etwas Luft geholt“ heißt: Hättest du doch die Predigt verlängert.

Seine Aussage: „Geschick“ bedeutet: ein Zeichen. „Seines Verständnisses“ bedeutet: Das, woran das Verständnis des Mannes erkannt wird. Alles, was auf etwas hinweist, ist ein Zeichen für diese Sache.

Die Kürze der Predigt birgt drei kostbare Nutzen:

Erstens: Das Befolgen der Sunnah.

Zweitens: Die Leichtigkeit der Vorbereitung der Predigt und das Erlangen der seelischen Ruhe bei ihrer Vorbereitung, während ihres Vortrags und nach ihrem Abschluss.

Viele der Prediger verspüren ab dem Morgengrauen des Freitags oder schon davor Sorge wegen der Predigt und waren gedanklich mit ihrer Vorbereitung beschäftigt. Als sie die Predigt verkürzten und dabei zehn Minuten nicht überschritten, verschwand diese gesamte Sorge oder der größte Teil davon.

Drittens: Die Erleichterung für die Zuhörer, denn beinahe alle Menschen sind sich im Wohlgefallen über denjenigen einig, der seine Predigt kurz fasst, und in der Abneigung gegenüber demjenigen, der sie in die Länge zieht.

Die angemessene Zeit für den Prediger und die Zuhörer liegt zwischen zehn Minuten und ungefähr einer Viertelstunde, denn die Menschen sind sich beinahe einig darüber, dass ihnen eine kurze Predigt lieber und leichter fällt als eine lange.

[7] „Halte dich fern von fremdartiger Rede.“

Meide fremdartige Rede, denn die Menschen werden solche Worte von dir nicht benötigen, und sie werden ihnen keinen Nutzen bringen. Außerdem kann es sein, dass das Ego ein eigenes Interesse daran hat, sie zu verwenden und zu häufen.

Bereits die bekannten Literaten und Rhetoriker haben vor fremdartigen Worten gewarnt.

[8] „Vermeide es, Reimprosa künstlich herbeizwingen zu wollen.“

Der Reim ist „die Übereinstimmung der Satzenden in der ungebundenen Rede nach einem einheitlichen Muster“, und der Allweise Gesetzgeber hat das künstliche Herbeiführen von Reimen verboten. Auch die Literaten und Rhetoriker verabscheuten dies, „weil der Reim nicht frei von gekünstelten Wörtern ist, die den Verstand der Zuhörer davon abhalten, die Bedeutungen vollständig zu erfassen. Wenn im Reim etwas nachgesehen wird, dann nur bei jenem, der von selbst entsteht, ohne künstlich herbeigeführt zu werden. Das heißt: der Reim, der den Sprecher aufsucht, nicht derjenige, den der Sprecher aufsucht.“ [14] - „Usul Al-Inscha` wa Al-Khatabah“ von Ibn 'Aschur: (S.126).

So unterlasse die Übertreibung im Reim, denn die Übertreibung darin lädt dir die Mühe seiner Gestaltung auf und den Zuhörern die Mühe seines Verständnisses. Wenn er dir jedoch leicht in den Sinn kommt, seine Worte unbeschwert über deine Zunge fließen und für den Zuhörer verständlich sind, so ist daran nichts auszusetzen.

[9] „Die Pflege eines guten äußeren Erscheinungsbildes.“

Die Achtsamkeit des Predigers auf sein gutes äußeres Erscheinungsbild ist nicht geringer als seine Achtsamkeit auf sein Inneres. Ob das Äußere in Ordnung oder verdorben ist, ist lediglich das Resultat davon, ob das Innere in Ordnung oder verdorben ist. Ein gutes Erscheinungsbild des Predigers wird durch Folgendes erreicht:

Erstens: Die Schönheit und Sauberkeit seiner Kleidung, ohne Übertreibung oder Verschwendung.

Zweitens: Die Schönheit seines Körpers durch seine Sauberkeit und seinen guten Duft sowie durch das Rasieren oder Kürzen seines Schnurrbartes und das Wachsenlassen seines Bartes.

Drittens: Dass sein Gesicht durch Fröhlichkeit und Lächeln strahlt, wenn er die Menschen außerhalb der Moschee, beim Eintreten zur Predigt und nach deren Beendigung grüßt. Denn das aufrichtige Lächeln, das freundliche Gesicht und das gütige, fröhliche Wesen machen den Prediger, seine Predigt und seine Ratschläge bei den Menschen beliebt. Dies ist ein Gottesdienst für denjenigen, der darin Allah gegenüber aufrichtig ist, und genau dadurch gewinnt man Verstand und Herzen. Die Taten desjenigen, der Freundlichkeit ausstrahlt, werden geschätzt, und seine Fehltritte werden nachgesehen - ganz im Gegensatz zu demjenigen, der finster und mürrisch dreinblickt. Er gehört zu jenen, vor denen man Zuflucht sucht und bei deren Begegnung Kummer und Beklemmung das Herz erfassen.

So habe - mein predigender Bruder - einen freundlichen Gesichtsausdruck, und du wirst die Weite der Brust erfahren, die Zuwendung der Menschen zu dir, deinen guten Ruf bei ihnen, ihre Annahme deiner Ratschläge und Ermahnungen sowie ihr Suchen nach Entschuldigungen für deine Fehler und Fehltritte.

Viertens: Seine Bescheidenheit und sein gutes Benehmen beim Gehen, beim Besteigen der Kanzel und beim Sitzen darauf sowie seine gute Zuwendung zu den Menschen während des Sitzens und der Predigt.

Und zu beobachten ist, dass manche Prediger, wenn sie sich vor der Predigt hinsetzen, eine Sitzhaltung einnehmen, die den Eindruck vermittelt, als seien ihnen die Menschen gleichgültig, und sich damit beschäftigen, die Gesichter der Anwesenden zu mustern. Und wenn sie mit der Predigt beginnen, werfen sie den Menschen Blicke zu, die das Gefühl vermitteln, dass sie ihnen gegenüber gleichgültig seien und sich nicht um sie kümmerten, als wollten sie ihnen ihre Kühnheit und Entschlossenheit zeigen. Sie sprechen zu ihnen in einem scharfen Tonfall und mit erhobener Stimme, indem sie ihnen Befehle und Verbote direkt entgegenhalten. Diese Art und Weise wird von den Seelen nicht angenommen; vielmehr wenden sie sich davon ab.

Fünftens: Das Unterlassen des Streichens und Berührens des Bartes ohne Notwendigkeit sowie das Unterlassen des häufigen Umschauens, insbesondere während des Sitzens auf der Kanzel, denn dies mindert die Würde des Predigers oder erweckt den Eindruck seiner Gleichgültigkeit gegenüber denjenigen vor ihm.

Sechstens: Die Verwendung des Siwaks mit Sanftmut und Anstand. Einige Prediger - möge Allah sie rechtleiten - betreten die Moschee, während sie den Siwak in auffälliger Weise benutzen, und mancher von ihnen fährt mit der Verwendung des Siwaks bis kurz vor Beginn der Predigt fort. Dadurch bleiben Reste des Siwaks in seinem Mund, die er dann während der Predigt entfernt. Dies ist eine verpönte Angelegenheit und kann den Eindruck erwecken, dass er die Menschen und den hohen Stellenwert der Predigt gering schätzt.

Siebtens: Das Festhalten an der Sunnah in der Kleidung durch das Unterlassen des Herabhängens der Kleidung (unterhalb der Knöchel) sowie im Hinblick auf den Bart durch sein Wachsenlassen. Der Prediger ist ein Vorbild, und wie sollen sich die Menschen jemanden zum Vorbild nehmen, dessen Taten seinen Worten widersprechen? Wie sollen die Menschen von den Worten jemandes beeinflusst werden, dessen Worte keine Wirkung auf ihn selbst haben?

Achtens: Die Gemütsruhe während des Sprechens, denn dies ist ein Beweis für die Ruhe der Seele.

[10] „Die unterschiedliche Vorbereitungszeit der Predigt.“

Die Vorbereitungszeit für die Predigt variiert je nach Bildung und Wissen des Predigers sowie abhängig von dem Inhalt, den er vortragen wird, wobei sich der Inhalt in zwei Arten unterteilen lässt:

Erstens: Dass er wissenschaftlicher Natur ist, wie etwa Fragestellungen der islamischen Rechtswissenschaft oder der Glaubenslehre und deren Fundierung. Diesem Inhalt muss eine Zeit gewidmet werden, die seinem Stellenwert entspricht. Man sollte dies nicht geringschätzen und ihn nicht erst wenige Stunden vor der Predigt vorbereiten.

Zweitens: Dass er ermahnender oder gesellschaftlicher Natur oder dergleichen ist, weshalb seine Vorbereitungszeit in der Regel kurz ist.

Und mein Ratschlag für den Anfänger beim Halten von Predigten, der noch nicht über die Erfahrung und das ausreichende Wissen verfügt, ist, dass er zu Beginn von den Predigten derjenigen profitiert, die ihm vorausgegangen sind, und dass derjenige, von dem er profitiert, jemand ist, dessen Predigten sich durch drei Eigenschaften auszeichnen:

Erstens: Dass sie kurz ist, damit ihm ihr Vortrag nicht schwerfällt.

Zweitens: Dass sie frei von grammatikalischen und wissenschaftlichen Fehlern ist.

Drittens: Dass sie sowohl im Wortlaut als auch im Inhalt frei von gekünstelter Ausdrucksweise ist.

Es spricht nichts dagegen, im Laufe der Zeit das zu ändern oder zu ergänzen, was er als angemessen erachtet, und danach zu versuchen, die Predigt selbst zu verfassen, wobei er von jenen profitiert, die ihm vorausgegangen sind.

[11] „Die Vermeidung direkter Befehle an die Zuhörer.“

Meide - möge Allah dich bewahren und rechtleiten - Formulierungen, die Befehle an die Zuhörer enthalten, ohne den Sprecher mit einzuschließen, wie: „Tut (dies)“ oder „Tut (dies) nicht“. Verwende stattdessen: „Lasst uns (dies) tun“ und „Lasst uns (dies) meiden“ und Ähnliches. Diese Ausdrucksweise vermittelt den Zuhörern deine Bescheidenheit und dass du das Gute für sie liebst, so wie du es für dich selbst liebst, und dass du dich weder in der Religion noch im Charakter über sie erhebst.

Der erfolgreiche Prediger richtet seine Worte zuerst an sich selbst, bevor er sie an andere richtet, und ermahnt sich selbst, bevor er andere ermahnt. So sind seine Worte in den Predigten zunächst an ihn selbst gerichtet, bevor er sie an die Menschen richtet. Wenn er dies tut, erhöht Allah ihn, lässt ihn durch das, was er sagt, Nutzen erlangen und mehrt ihn an Rechtleitung, Akzeptanz und Wahrhaftigkeit.

[12] „Wann ist die Nachahmung beim Predigen lobenswert und wann ist sie tadelnswert?“

Ahme keinen bestimmten Prediger in seinem Stil oder Inhalt nach, denn was zu ihm passt, passt möglicherweise nicht zu dir. Zudem verdirbt Nachahmung deine Kreativität und deine Talente. Halte deine Predigt daher entsprechend dem, was dein Herr dir an Fähigkeiten, Talenten und Wissen gegeben hat.

Was den Anfänger betrifft, so spricht nichts dagegen, dass er hinsichtlich Stil und Inhalt von einem anderen profitiert, jedoch sollte er keine Kopie von ihm sein. Vielmehr soll er ihn als Hilfe zur eigenen Weiterentwicklung nutzen.

[13] „Sei nicht traurig wegen der geringen Zahl der Anwesenden bei dir und freue dich nicht über ihre große Zahl.“

Wisse - möge Allah durch dich Nutzen bringen -, dass die Seele nach einer großen Zahl von Zuhörern und Anwesenden verlangt, insbesondere unter deinen Verwandten und Freunden. Vielleicht fragst du nach ihrer Anwesenheit oder tadelst - auch wenn nur in deinem Herzen - die Abwesenheit eines von ihnen. So kämpfe gegen deine Seele, um dich von dieser Krankheit zu befreien, denn seine Abwesenheit bei dir bedeutet nicht, dass du schwach bist. Vielmehr kann es sein, dass er Ruhe und Nutzen bei einem anderen Prediger findet, oder wegen der Nähe zu seinem Wohnort, oder aus anderen Gründen.

Der aufrichtige Prediger freut sich, wenn er hört, dass die Menschen bei einem anderen Prediger anwesend sind, spricht Bittgebete zu Allah um Rechtleitung und Nutzen für ihn und lobt ihn, wenn er Gutes über ihn erfährt.

Und wenn du die geringe Anwesenheit bei dir und das Abwenden der Menschen von dir siehst, so ziehe dich selbst zur Rechenschaft, denn der Fehler könnte bei dir liegen: entweder aufgrund der Schwäche deiner Ausdrucksweise, der Schwäche des Inhalts, den du vorträgst, deiner Verlängerung der Predigt, der Schwäche deiner Aufrichtigkeit oder aus anderen Gründen.

Bitte aufrichtige und wohlmeinende Brüder um Rat, lade sie ein, bei dir anwesend zu sein oder sich deine Ansprache anzuhören, und bitte sie aufrichtig darum, dir ihre Anmerkungen und Meinungen mitzuteilen. So wirst du - mit der Erlaubnis Allahs, des Erhabenen - nützliche Ergebnisse erzielen.

[14] „Die Wichtigkeit der guten Vorbereitung.“

Wenn du zu denjenigen gehörst, die die Predigt frei halten, dann musst du dich gut darauf vorbereiten und darfst darin niemals nachlässig sein, auch wenn dir das Thema einfach und leicht erscheint und du bereits zuvor darauf eingegangen bist.

Die gute Vorbereitung gehört zu den erfreulichsten Dingen für die Prediger. Sie sehnen sich sogar nach dem Freitag, um das vorzutragen, was sie vorbereitet und wofür sie sich bemüht haben.

Was aber das dauerhafte Unterlassen der Vorbereitung und das Begnügen mit den Predigten anderer betrifft, so birgt dies viele Nachteile, darunter:

Erstens: Es verursacht die Schwäche des Eifers, das Erschlaffen der Entschlossenheit und die Erniedrigung der Seele, da sie sich mit der Nachahmung anderer begnügt.

Zweitens: Es lässt dich die Begeisterung, die Tatkraft und den Genuss verlieren, sodass es wie eine Last wird, die du von dir entfernen möchtest. Dies wirkt sich auf deine Art und die Akzeptanz der Menschen dir gegenüber aus.

Drittens: Viele Menschen haben das Gefühl, dass der Prediger die Predigt nicht selbst vorbereitet hat, sondern sie von jemand anderem übernommen hat, und zwar aufgrund der Abweichung des Stils und Inhalts der Predigt von seinem eigenen Stil und Niveau, weshalb die Predigt bei ihnen keine Akzeptanz findet.

Viertens: Dass du nicht davon profitieren wirst, und selbst wenn du davon profitierst, so ist es ein geringer Nutzen, denn eine Tat, bei der sich derjenige, der sie vollbringt, nicht durch Forschung und Vorbereitung anstrengt, wird schnell vergessen und verblasst.

Und du wirst keine Fortschritte machen, und dein Ehrgeiz wird sich nicht mehren, dein Eifer nicht wachsen und dein Wissen wird nicht genutzt werden - außer, wenn Allah - erhaben ist Er - es will.

Betrachte daher die Predigt, die du sorgfältig vorbereitet hast! Du wirst feststellen, dass du sie nicht vergessen hast, und selbst wenn du nach Jahren zu ihr zurückkehrst, weißt du, was sie enthält, als hättest du sie erst kürzlich gehalten.

Was die Predigten betrifft, die du von anderen übernommen hast, so vergisst du sie schnell. Probiere dies aus: Kehre zu den Predigten zurück, die vier oder fünf Jahre zurückliegen, und du wirst feststellen, dass du sie vergessen hast oder dich kaum noch an einen kleinen Teil dessen erinnern kannst, was darin enthalten war.

Du wirst von ihnen auch beim Sammeln ihres Inhalts nicht profitieren, sodass daraus vielleicht ein Buch entsteht, von dem profitiert wird.

Bemühe dich bei der Vorbereitung der Predigt so, als würdest du sie in einem Buch veröffentlichen. Belege die überlieferten Berichte und lege den Grad ihrer Authentizität unter Zuhilfenahme der Aussagen einiger Hadith-Gelehrter dar, dokumentiere die Referenzen und Quellen, auf die du zurückgegriffen hast, und achte auf ihre grammatikalische, orthografische und sprachliche Korrektheit.

[15] „Die Beachtung der Satzzeichen.“

Achte - wenn du die Predigt liest - auf die Satzzeichen und Pausenzeichen wie Kommata und Ähnliches, und setze dir spezielle Markierungen, an denen du pausierst, um auf deinen Atem Rücksicht zu nehmen, damit du nicht durch häufiges Anhalten an unpassenden Stellen in Verlegenheit gerätst.

[16] „Die Wichtigkeit der Variation der Themen und Methoden.“

Variiere bei der Darlegung der Themen und beschränke dich nicht auf ein einziges Muster, wie etwa, dass deine Predigten ausschließlich von den Zuständen der Herzen, von den allgemeinen Angelegenheiten der islamischen Gemeinschaft oder Ähnlichem handeln, sondern berücksichtige die Bedürfnisse der Menschen in ihrer Religion und ihrem Diesseits.

Sorge vielmehr für reichlich Variierung, um in den Seelen der Menschen die Sehnsucht nach deinen Predigten zu wecken.

Und wenn du sie zu einer zusammenhängenden Kette machst, so hindert dich nichts daran, sie bei Bedarf zu unterbrechen.

Wisse, dass die Geschichten, die aus dem Buch, der authentischen Sunnah und den Aussagen der edlen Prophetengefährten - möge Allah mit ihnen zufrieden sein - entnommen sind, die größte Wirkung auf die Zuhörer haben und die größten Lektionen, Lehren, Ermahnungen und Nutzen beinhalten. Sei daher stets bemüht, auf sie zurückzugreifen und sie auf eine ansprechende Art und Weise vorzutragen und daraus Nutzen und Lehren zu ziehen.

Lasse deine Predigt nicht frei von der Erwähnung von Begebenheiten, Geschichten, realitätsnahen Beispielen und Ähnlichem sein, damit deine Predigten nicht langweilig und schwerfällig werden.

Und achte aufs Äußerste auf die beste Art und Weise bei der Darbietung der Geschichten und Begebenheiten und darauf, dass du sie mit deinem ganzen Empfinden nachempfindest und dass sich dies in deinen Gesichtszügen und im Tonfall deiner Stimme zeigt.

Und bemühe dich, die Lebensrealität der Menschen und ihre Sorgen mitzuerleben, damit du nicht in einem Tal bist und sie in einem anderen.

[17] „Die Wichtigkeit der Aneignung der Fähigkeiten und Künste des Vortrags und der Einflussnahme.“

Derjenige unter den Menschen, dem es am meisten obliegt, sich die Fähigkeiten und Vortragskünste anzueignen, ist der Prediger, denn der Prediger muss die Menschen überzeugen und ihre Aufmerksamkeit fesseln, damit sie annehmen, was er ihnen sagt.

Und der Prediger mit einem kraftvollen Stil und einem hervorragenden Vortrag bringt den Menschen meist mehr Nutzen als jemand, der sich dadurch nicht auszeichnet, selbst wenn dieser mehr Wissen und einen höheren Rang besitzt.

Daher sollte der Prediger sich Unterrichtsstunden in der Vortragskunst anhören - und wenn er daran teilnimmt, ist es noch besser - oder Bücher lesen, die sich damit befassen.

Und wer aufrichtig gegenüber Allah ist und sich selbst und seine Zeit Ihm widmet, dem gewährt Allah von Seiner Güte und Seiner Huld das, womit er nicht gerechnet hat und was ihm nicht in den Sinn gekommen ist. Und wer Allah das gibt, was Er liebt, dem gibt Allah mehr als das, was er liebt. Und wer sich selbst Allah dienstbar macht, dem macht Allah Seine Schöpfung dienstbar, und Er macht ihm die Ursachen der Glückseligkeit, der Erhöhung und der Festigung dienstbar.

So steht zwischen dir und den Gaben des majestätischen Herrn nichts anderes als die Aufrichtigkeit des Entschlusses, die Stärke des Willens für Allah, das Aufgeben dessen, was du liebst und wozu du neigst, zugunsten dessen, was Allah liebt und womit Er zufrieden ist, sowie das eifrige Streben nach der Erhöhung Seiner Religion und Seiner Gesetzgebung - selbst wenn dies dazu führt, dass deine Stellung bei den Menschen des Diesseits, der Neigungen und der Ämter sinkt.

[18] „Das Prinzip der Erneuerung (und Weiterentwicklung).“

Wahrlich, Allah - erhaben ist Er - hat den Menschen so erschaffen, dass er Erneuerung und Veränderung zum Besseren liebt. So findest du, dass die Menschen nicht in einem einzigen Zustand verharren. Immer wenn etwas Neues im Leben erscheint, beeilen sie sich, es zu erlangen, sofern sie dazu in der Lage sind.

So ist der Mensch heute nicht mehr derselbe wie vor zehn Jahren. Vielmehr wirst du heute feststellen, dass er das Erscheinungsbild seines Lebens, seiner Lebensweise, seines Transportmittels und seines Hauses zum Besseren erneuert und verändert hat.

Der Prediger beim Freitagsgebet gehört zu denjenigen, die am meisten darauf bedacht sein sollten, ihren Stil zu erneuern und zu verbessern sowie ihre Fähigkeiten im Vortragen und in der Wirkung weiterzuentwickeln. Wenn er einem einzigen Muster folgt, an das er sich seit der Übernahme der Aufgabe des Predigens gewöhnt hat, so wird er sich zweifellos nicht zum Besseren verändern, sondern vielmehr nachlassen. Es liegt in der Natur des Menschen, dass mit zunehmendem Alter und fortschreitenden Jahren seine Motivation und Tatkraft schwächer werden, sein Geist ermattet und seine Wirkung abnimmt. Daher bedarf er dessen, was ihn belebt, seine Motivation und seinen Geist stärkt und seine Fähigkeiten und Methoden weiterentwickelt, um die Phasen der Schwäche zu überwinden, die ihn, seine Sinne und seine Motivation befallen.

Und die meisten Prediger haben sich seit Beginn ihrer Predigttätigkeit kaum deutlich verändert. Bedeutet das also, dass sie bereits von Anfang an die Vollkommenheit erreicht hatten?

Nein.

Wieso also bleibt er bei seiner gewohnten Vorgehensweise, pflegt seinen Stil und seine Darbietung nicht und unternimmt nicht die richtigen Schritte zur Verbesserung, Erneuerung und Weiterentwicklung, obwohl er sich intensiv darum bemüht, seine Lebensumstände und diesseitigen Angelegenheiten zu verbessern?

Und warum strebt er nicht danach, obwohl die Stellung der Predigt zu den edelsten und wichtigsten Dingen gehört, die er in seinem Leben verrichtet?

[19] „Die Achtsamkeit gegenüber zwei Mitteln der Einflussnahme: Stimme und Blick.“

Der erfolgreiche Prediger ist dringend auf die Verwendung dieser beiden Werkzeuge angewiesen:

1. Die Stimme, welche das stärkste Mittel zur Beeinflussung ist. Ihre Wirkung wird durch die Beachtung von Folgendem vervollständigt:

a) Dass die Stimme in ihrem Anheben und Senken sowie in ihrer Schnelligkeit und Langsamkeit ausgewogen ist, sodass sie weder zu leise noch zu langsam ist, wodurch die Zuhörer in Langeweile und Trägheit verfallen würden, noch zu laut oder zu schnell, sodass sie sie stört oder ihre Fähigkeit zum Konzentrieren und Verstehen beeinträchtigt.

b) Dass er nicht monoton spricht, denn bei manchen Predigern bleibt die Stimme während der gesamten Predigt exakt gleich. Ist sie schwach, überkommt die Zuhörer Langeweile; ist sie dagegen stark und laut, so stört es sie.

Das Sprechen in einer gleichbleibenden Tonlage führt dazu, dass die Zuhörer die Anteilnahme an den Worten des Predigers verlieren, da sie nicht zwischen wichtigen Stellen und anderen unterscheiden können. Und es besteht kein Zweifel daran, dass wichtige und eindringliche Worte ein deutliches Anheben der Stimme, verbunden mit einer Beschleunigung, oder ihr Absenken, verbunden mit einer Verlangsamung erfordern.

c) Die stimmliche Gestaltung der Sätze je nach ihrer Position: Wenn es sich um eine Frage handelt, so gib sie in der Art des Fragenden wieder, und wenn es sich um Verwunderung handelt, so gib sie in der Art des Verwunderten wieder und so weiter.

d) Öffne deinen Mund weiter als bei deiner gewohnten Rede, denn dies ist nützlich für die Deutlichkeit der Artikulationsstellen der Buchstaben, damit sie sich nicht überschneiden, sowie für die Fähigkeit, die Stimme zu kontrollieren - jedoch ohne Übertreibung, denn übermäßiges Öffnen des Mundes führt zu Übertreibung und zu einem für den Prediger unpassenden Erscheinungsbild.

e) Predige mit deiner gewohnten Stimme und eigne dir für die Predigt keine spezielle Stimme und Vortragsweise an, denn dies wird ein Grund für das Entstehen einer Kluft zwischen dir und den Menschen sein und ein Grund dafür, dass du die stärksten Mittel zur Beeinflussung der Zuhörer verlierst.

Und ein kurzes Innehalten in den Situationen, in denen eine Pause angebracht ist: Wenn der Prediger einen wichtigen Gedanken behandelt, den er in den Köpfen seiner Zuhörer verankern möchte, wendet er sich ihnen zu und blickt ihnen für einen Moment direkt in die Augen, ohne etwas zu sagen.

Dieses plötzliche Schweigen hat eine große Wirkung auf sie, da es ihre Aufmerksamkeit weckt und jeden von ihnen aufmerksam und gespannt auf das macht, was diesem Schweigen folgen wird.

Jedoch muss das Innehalten ohne lange Unterbrechung und ohne Überanstrengung erfolgen.

Ein Beispiel dafür: 'Ali - möge Allah mit ihm zufrieden sein - sandte dem Propheten - Allahs Segen und Frieden auf ihm - ein Stück Gold. Er teilte es dann unter einigen seiner Gefährten auf.

Da trat ein Mann heran und sagte: „Fürchte Allah, o Gesandter Allahs!“ (...)

Welch eine Dreistigkeit gegenüber dem vertrauenswürdigen Wahrhaftigen - Allahs Segen und Frieden auf ihm!

Und deshalb sagte der Gesandte Allahs - Allahs Segen und Frieden auf ihm - erstaunt über diese Dreistigkeit: (...) „Wer gehorcht Allah, wenn ich ungehorsam sein sollte? Vertraut Allah mir die Bewohner der Erde an, und ihr vertraut mir nicht?“

Was zwischen den Klammern steht, weist auf eine kurze Pause hin, denn der Kontext erfordert dies, um die Aufmerksamkeit der Zuhörer zu fesseln und ihr Interesse für das zu wecken, was danach gesagt wird.

Und der erste Satz: „Welch eine Dreistigkeit gegenüber dem vertrauenswürdigen Wahrhaftigen - Allahs Segen und Frieden auf ihm!“ war ein Ausdruck der Verwunderung, da der Kontext erforderte, ihn in der Form eines Verwunderten zu formulieren.

Und der zweite Satz: „Wer gehorcht Allah, wenn ich ungehorsam sein sollte? Vertraut Allah mir die Bewohner der Erde an, und ihr vertraut mir nicht?“ war im Stil einer rhetorischen Missbilligungsfrage gehalten, da der Kontext erforderte, ihn in der Form eines missbilligend Fragenden zu formulieren.

2. Der Blick: Und dies durch das Verteilen des Blicks auf die Gesamtheit der Zuhörer und indem man mit den Augen mit der Rede interagiert, die man spricht. Dies geschieht wie folgt:

a) Durch das leichte Sich-Drehen nach rechts und links, ohne dabei hinsichtlich Schnelligkeit oder Häufigkeit zu übertreiben, denn dies ist insbesondere für den Prediger nicht empfehlenswert, da es darauf hindeutet, dass der Prediger seinen Emotionen die Oberhand überlässt und diese ihn beherrschen. Dies wiederum führt zu mangelnder Konzentration.

b) Durch das Öffnen der Augen oder ihr leichtes Zusammenkneifen. Die Augenbewegungen haben die größte Wirkung auf die Anwesenden, und sie entnehmen daraus Bedeutungen, die die Zunge vielleicht nicht ausdrückt.

Die Stimme und der Blick: Sie sind zwei grundlegende Säulen für den Einfluss des Predigers auf die Zuhörer. Ohne sie verliert er die Fähigkeit, ihnen das zu vermitteln, was er möchte, und ebenso die Fähigkeit, sie zu überzeugen, ihre Aufmerksamkeit zu fesseln sowie ihre Begeisterung und Tatkraft zu wecken.

Und es ist jedem Prediger möglich, beide ohne Scheu und ohne Künstlichkeit anzuwenden, jedoch ohne Übertreibung, denn die Übertreibung darin zeugt von Leichtfertigkeit und Unbesonnenheit, so wie auch die Übertreibung an innerer Ruhe und Stille zu Langeweile und Überdruss führt. Das Beste in allen Angelegenheiten ist die Mitte.

Es gibt einige Hilfsmittel, die für den Freitagsprediger nicht angemessen sind, darunter:

1. Das (viele) Bewegen der Hände.

2. Das Bewegen des Gewands oder des Turbans, das unnötige Hantieren an den Mikrofonen, das Vor- und Zurückgehen und Ähnliches.

[20] „Halte an keiner bestimmten Formel fest, die nicht durch die authentische Sunnah belegt ist.“

Man sollte nicht an einer bestimmten Formulierung festhalten, außer an dem, was durch die authentische Sunnah belegt ist, damit nicht angenommen wird, dass sie eine Sunnah ist, wie z. B. das Sagen von: „Möge Allah mir und euch im gewaltigen Quran Segen geben“ am Ende der ersten Predigt.

Oftmals halten einige Prediger an einem Bittgebet am Ende der Predigt fest, von dem sie kaum abweichen, und einige von ihnen ziehen dieses sich wiederholende Bittgebet in die Länge. Viele Menschen verspüren sogar Unbehagen und Langeweile, wenn der Prediger mit dem Bittgebet beginnt, denn sie sind es leid, dass es so oft wiederholt wird und in einem Stil vorgetragen wird, der eher von bloßem Vorlesen geprägt ist und nicht die gewünschte innere Beteiligung im Bittgebet beinhaltet.

[21] „Die Beachtung der Artikulationsorte der Buchstaben und die Vermeidung ihrer Vermischung.“

Achte darauf, die Buchstaben fest aus ihren Artikulationsorten auszusprechen, denn dies hat einen großen Einfluss auf die Eloquenz, die Deutlichkeit und die Kraft der Rede.

Zu den Dingen, die dem Prediger vorgehalten werden, gehört es, dass er die Worte in Eile ausspricht, sodass er einen Buchstaben oder ein Wort mit dem darauffolgenden verbindet, noch bevor der erste Buchstabe oder das erste Wort vollständig ausgesprochen wurde. Zur schönen Verhaltensweise gehört es jedoch, die Buchstaben deutlich auszusprechen und die Wörter klar voneinander zu trennen. [15] - „Al-Khitabah 'inda Al-'Arab“, von Muhammad Al-Khadhir Husayn: 189.

Und ebenso war die Rede des Beredsamsten der Schöpfung - der Segen Allahs und Sein Frieden seien auf ihm.

Die Mutter der Gläubigen 'Aischah - möge Allah mit ihr zufrieden sein - sagte: „Wahrlich, der Gesandte Allahs - Allahs Segen und Frieden auf ihm - pflegte seine Worte nicht so aneinanderzureihen, wie ihr es tut.“ [16] - Überliefert von Al-Bukhari (3568) und Muslim (2493).

[22] „Der Zweck der Predigt und die wichtigsten Themen, die der Prediger ansprechen muss.“

Der Prediger sollte die Menschen von der Welt des Diesseits, ihren Sorgen und Ereignissen in die Welt des Jenseits und zur Vorbereitung darauf lenken. Die Moschee sollte keine mediale Kanzel sein, auf der der Prediger auf politische Angelegenheiten eingeht und sich mit Dingen befasst, die den Zuhörern weder für ihre Religion noch für ihr diesseitiges Leben von Nutzen sind.

Die meisten Predigten eines erfolgreichen Predigers behandeln das, was den Glauben („Iman“) und die Verbundenheit mit Allah - erhaben ist Er - stärkt, denn wenn der Iman der Leute zunimmt und ihre Verbundenheit mit ihrem Herrn größer wird, ist dies der größte Grund dafür, dass sie Sünden und Nichtigkeiten unterlassen.

Zu den Themen, die der Prediger nicht außer Acht lassen darf und die er stets wiederholen muss, gehören:

Der Tauhid und die Säulen des Islams.

Die Beschreibung des Gebets und die Wichtigkeit der Demut darin.

Themen zu bestimmten Jahreszeiten, wie das Sprechen über den Vorzug des Monats Ramadan, wenn seine Zeit kommt.

Die Warnung vor den Versuchungen und die Art und Weise des Umgangs mit ihnen.

Die Warnung vor Neuerungen.

Die Warnung vor der List des Schaytans und den Wegen seiner Verführung.

Charaktereigenschaften, Verhaltensregeln und was damit zusammenhängt.

Und zu den Themen, die den Iman und die Verbundenheit mit Allah mehren, gehören:

1. Die Verherrlichung Allahs in den Seelen der Menschen durch die Erwähnung Seiner Eigenschaften und Attribute sowie Seiner Gunsterweise.

2. Die Verherrlichung des Qurans, der Seine Rede ist.

3. Die Erwähnung der Geschichten der Propheten - Frieden sei auf ihnen -, und an ihrer Spitze ihr Siegel, unser Prophet Muhammad - Allahs Segen und Frieden auf ihm -, sowie der edlen Gefährten - möge Allah mit ihnen zufrieden sein.

4. Die Erwähnung des Paradieses, seiner Beschreibung und der Gründe für den Eintritt in dieses, und ebenso die Erwähnung des Höllenfeuers.

5. Die Pflege der gottesdienstlichen Handlungen des Herzens wie das Vertrauen auf Allah, die Hinwendung zu Ihm, die Reue, die Ehrfurcht und die Demut.

Der große Gelehrte Ibn Al-Qayyim - möge Allah ihm barmherzig sein - sagte: „Wer über die Predigten des Propheten - Allahs Segen und Frieden auf ihm - und die Predigten seiner Gefährten nachdenkt, wird feststellen, dass sie die Darlegung der Rechtleitung und des Tauhids, die Erwähnung der Eigenschaften und Attribute des Herrn - erhaben ist Seine Majestät -, die allgemeinen Grundlagen des Glaubens („Iman“) sowie den Aufruf zu Allah (vollkommen) umfassen. Ebenso umfassen sie die Erwähnung der Wohltaten des Erhabenen, die Ihn bei Seiner Schöpfung beliebt machen, und Seiner Tage, die sie vor Seiner Strafe fürchten lassen, sowie das Gebieten Seines Gedenkens und des Dankes Ihm gegenüber, wodurch Er sie liebt. So erwähnen sie von der Großartigkeit Allahs, Seinen Eigenschaften und Seinen Namen das, was Ihn bei Seiner Schöpfung beliebt macht, und sie gebieten den Gehorsam Ihm gegenüber, dem Dank an Ihn und Seinem Gedenken das, wodurch sie bei Ihm beliebt werden. Daraufhin gehen die Zuhörer fort, während sie Ihn lieben und Er sie liebt.

Dann verstrich viel Zeit und das Licht des Prophetentums verblasste, und die religiösen Gesetze und Befehle wurden zu bloßen Formalitäten, die ohne Beachtung ihrer Wahrheiten und Ziele verrichtet wurden. So gaben sie ihnen ihre äußeren Formen und schmückten sie mit allerlei Ausschmückungen, und machten die Formalitäten und Gebräuche zu Gewohnheiten, die nicht vernachlässigt werden dürfen, während sie die eigentlichen Ziele vernachlässigten, die nicht vernachlässigt werden dürfen. So verzierten sie die Predigten mit Reimprosa und rhetorischen Stilmitteln, wodurch sich der Anteil der Herzen daran verringerte - ja, er verschwand sogar völlig -, und der damit beabsichtigte Zweck ging verloren.“ Ende des Zitats. [17] - „Zad Al-Ma'ad fi Hadi Khayr Al-'Ibad“: 1/409-410.

Und er - möge Allah ihm barmherzig sein - sagte in seiner Rede über den Zweck der Predigt: „Beabsichtigt wird damit das Lobpreisen und Verherrlichen Allahs, die Bezeugung Seiner Einzigkeit und der Botschaft Seines Gesandten - Allahs Segen und Frieden auf ihm -, die Erinnerung der Diener an Seine Tage, die Warnung vor Seiner Strafe und Vergeltung, die Ermahnung zu dem, was sie Ihm und Seinen Paradiesgärten näherbringt, und das Verbot von dem, was sie Seinem Zorn und Seinem Feuer näherbringt. Denn dies ist der Zweck der Predigt und der Versammlung dafür.“ Ende des Zitats. [18] - Siehe vorherige Quelle: 1/ 386.

Der Prediger sollte die Menschen auf die unter ihnen weit verbreiteten Fehler in der Glaubenslehre, den gottesdienstlichen Handlungen, der Moral, dem Umgang, der Lebensführung, der Erziehung und Ähnlichem hinweisen, sie davor warnen, sich auf Versuchungen einzulassen, und ihnen die Angelegenheiten ihrer Religion beibringen.

Und Allah weiß es am besten. Und Allahs Segen und Frieden seien auf unserem Propheten Muhammad, seiner Familie und all seinen Gefährten.